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Niceta von Remesiana

Seelsorge und Kirchenpolitik im spätantiken unteren Donauraum

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Alina Soroceanu

Niceta, Bischof von Remesiana (heute Bela Palanka, Serbien), hat an der Schwelle des 4./5. Jahrhunderts Katechesen zur Unterweisung der Taufkandidaten verfasst. Seine Instructio ad competentes ist eine der wenigen erhaltenen Sammlungen dieser Art aus der Spätantike. Diese Studie rekonstruiert anhand historischer, theologischer und archäologischer Quellen Nicetas Tätigkeit als Seelsorger im Prozess der Christianisierung der Völker in den lateinischen Provinzen südlich der unteren Donau, sowie seine Rolle als Vermittler zwischen Rom und Illyricum in der Entstehungsphase des päpstlichen Vikariates von Thessalonike. Außerdem wird durch die Untersuchung seines Nachlebens ein sehr breites Rezeptionsspektrum, von Historizität bis zur Volksfrömmigkeit und zu nationalen Mythologien, dargelegt.

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„Wer könnte ein so deutliches Zeichen übersehen, dass mir dein Gebet, Felix, ein Glück beschert hat, worum ich kaum zu bitten oder das ich mir nicht einmal in meinen Träumen vorzustellen wagte: dass ich Nicetas wiedersehen, gerade an Felix’ Geburtstag noch einmal umarmen sollte und dass er noch einmal mein Zuhörer sein würde, wenn ich für dich, Felix, das Loblied singe, das ich dir schulde?“ (Paulinus Nol., carm. 27, v.187-192). „Der Winter trägt deshalb das Aussehen des Frühlings, überall weht duftend die belebende Brise und wärmt mich“ (carm. 27, v.163-165) bezeugte Paulinus anlässlich des Wiedertreffens mit seinem Freund aus der „entfernten“ Provinz Dacia. Niceta, dessen voreilige Abreise in die dakische Heimat Paulinus so sehr bedauerte, dass er ihm ein ganzes Gedicht mit ungefähr 300 Versen widmete und dessen Wiedersehen den Nolaner so sehr erfreute, dass er es als providentiell und nicht einmal im Traum für realisierbar betrachtete, erweckte zweifelsohne einen tiefen und bleibenden Eindruck auf den ehemaligen Statthalter Kampaniens. Die harte Missionsarbeit des Seelsorgers bei den südlich der unteren Donau ansässigen Goten, Dakern und Bessen bildet das Zentralthema des Gedichtes von Paulinus (carm. 17, v. 245-248 und 261-264). Infolge der Christianisierung sind diese Völkerschaften milder geworden, sie können mit den Römern in Frieden leben und die große Furcht vor ihnen ist beseitigt. Mit Recht sieht Sivan in dem Satz des Paulinus „barbari discunt resonare Christum corde Romano placidamque casti / vivere pacem...

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