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«Ich weiss, dass ich Maler und Dichter bin oder einmal werde.»

Peter Weiss: Die Jugendschriften (1934-1940)

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Joanna Sumbor

Die Arbeit ist ein editionsphilologischer Beitrag zur Weiss-Forschung, denn sie erschließt erstmals einen umfangreichen und inhaltlich bisher wenig behandelten Bereich des literarischen Nachlasses von Peter Weiss. Sie ermöglicht damit zugleich eine sorgfältige biographische Untersuchung seiner Jugend- und Exiljahre und erlaubt neue Einblicke und Perspektiven auf das Gesamtwerk. An den frühen Arbeiten und den hier erstmals zugänglich gemachten Nachlassmaterialien lässt sich die Genese der existentiellen Problematik des jungen Malers und Schreibers rekonstruieren. So eröffnet sich eine neue Sicht auf die Jahre 1934 bis 1940, zugleich aber auf die Deutung des Gesamtwerks.

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Einleitung

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..., und so grundlegend verändern wir uns nicht, daß uns das, was einmal der Inbegriff einer geistigen Be- stätigung gewesen war, ganz fremd werden könnte. (Rekonvaleszenz, 111) In der Forschung zu Peter Weiss’ Werk und Leben betrachtete man bislang die zumeist schwedisch verfassten Texte aus den 40-50er Jahren als das literarische Frühwerk. Weiss’ künstlerische Anfänge sieht man in der Malerei, obwohl allge- mein bekannt ist, dass das Malen und Schreiben für Peter Weiss fast gleichzeitig begannen. Die ersten Zeichnungen mit künstlerischem Anspruch entstanden 1932, der erste Text ist auf „Herbst 1934“ datiert. Schreiben und Malen liefen seitdem parallel nebeneinander her. Aus der ersten Schreibperiode zwischen September 1934 und März 1940 sind zwanzig literarische Texte als Typo- und Manuskripte von insgesamt nahezu ein- tausend Seiten überliefert, von denen achtzehn als Bücher gestaltet wurden. Mit diesen in ihrer äußeren Erscheinung einzigartigen Werken präsentiert sich der junge Peter Weiss als Schreiber, Maler und Gestalter zugleich. Der Gestaltungs- wille, die Experimentierfreudigkeit und der Drang nach der Materialisierung geis- tiger Inhalte in äußerer Form der Schriften zeigen sich hier in der Vielfalt der im- mer durchdachten Buchentwürfe, zu denen auch die eigenen Illustrationen zählen, und in der Verschiedenartigkeit der literarischen Erzählformen. Für die Texte wird im Folgenden die Bezeichnung „Jugendschriften“ vorge- schlagen. Fast alle sind abgeschlossene Erzählungen. Darunter befinden sich u.a. Brief- und Tagebucherzählung, Novelle, Märchen, Traktat, verwoben mit Liedern und Gedichten. Erkennbar basieren sie auf...

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