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Musiktherapie und Säuglingsforschung

Zusammenspiel. Einschätzung der Beziehungsqualität am Beispiel des instrumentalen Ausdrucks eines autistischen Kindes

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Karin Schumacher and Karin Schumacher

Diese Arbeit ist ein Beitrag praxisrelevanter Forschung und schafft neben dem neu entwickelten Evaluierungsinstrument «EBQ» (zur Einschätzung der Beziehungs qualität) die theoretische Grundlage für eine entwicklungspsychologisch orientierte Musiktherapie. Das Selbstentwicklungskonzept des Säuglingsforschers Daniel N. Stern veranschaulicht die Entwicklung der zwischenmenschlichen Beziehungsfähigkeit im ersten Lebensjahr. Autismus als tiefgreifendste Beziehungsstörung wird aus dieser Sicht betrachtet. Durch praktische Beispiele werden sowohl die Empfindungen des Therapeuten als auch das methodische Vorgehen erläutert. Der instrumentale Ausdruck eines autistischen Kindes wird mit Hilfe des Evaluierungsinstrumentes «EBQ» analysiert. Zwei Lehrfilme, die bei der Autorin erhältlich sind, veranschaulichen diese Arbeit. Fragen zur Videographie von Therapien werden ausführlich behandelt. Notation und Transkription der Improvisationen, die ein Musiker vornahm, zeigen, wie sich Beziehungsqualität abbildet.

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Der instrumentale Ausdruck I (Videofilm I)

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Dieser Film dokumentiert meine musiktherapeutische Arbeit mit Max und ver­ anschaulicht die oben genannten Beziehungsqualitäten (Modus 0-6) im Laufe seiner Entwicklung. Der Film entstand in Zusammenarbeit mit der Entwick­ lungspsychologin Claudine Calvet-Kruppa. Bernd Schäfers, Sozialarbeiter und damaliger Leiter der Einrichtung, und Calvet-Kruppa führten die Kamera. Man­ fred Hiineke, Musiktheoretiker und Höranalytiker transkribierte ausgewählte Improvisationen und Achim Sieloff war für den Schnitt verantwortlich. Die Sprecherin des Filmes bin ich selbst. Text des Filmes Musiktherapie soll das autistische Kind aus seiner Isolation befreien und die Fähigkeit zur zwischenmenschlichen Beziehung entwickeln helfen. Die Kon­ takt- und Beziehungsstörung des autistischen Kindes wird auch im Umgang mit Musikinstrumenten deutlich. Therapieausschnitte, die in einem Zeitraum von sechs Jahren entstanden, zeigen die Entwicklung von einer zunächst sichtbaren Kontaktlosigkeit bis hin zur Fähigkeit, sich musikalisch-instrumental zu äu­ ßern. Durch das Zusammenspiel erlebt das Kind, daß Gefühle mit einem ande­ ren Menschen geteilt werden können. Diese Fähigkeit, die der Säuglingsfor­ scher Daniel Stern "Inter-Affektivität" nennt, schaffi eine zwischenmenschli­ che Beziehung. Sie ist die Basis für jegliche weitere kognitiv-emotionale Ent­ wicklung. Zur Übersicht werden die sieben Beziehungsqualitäten, hier Modi genannt, nochmals beschrieben und im folgenden durch entsprechende Szenen darge­ stellt. Modus 0 Kontaktlosigkeit (1 . Szene) Max, ein siebenjphriger autistischer Junge, verbrachte, als er zu uns in die Ein­ richtung kam, die meiste Zeit des Tages mit ruhelosem Hin- und Herlaufen im Raum. Er blätterte dabei einen Katalog so nahe vor seinem Gesicht,...

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