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Erfülltes Leben – AnGebot und Verwirklichung

Vom rechten Verständnis des alten Gebots «Erfüllt die Erde!»- Verantwortung von Kirche und Gesellschaft für die Schöpfung- Mit einem Beitrag von Karol Nandrásky- Eine theologisch-philosophische Textsammlung

Gerhard Loettel

In diesem Buch wird Aufmerksamkeit dafür geweckt, dass der Mensch durchgängig hier und heute eine Weltverantwortung trägt. Ziel ist die weitergehende radikal humanisierende und sozial-nachhaltige Veränderung von Kultur und Zivilisation im Zeitalter der globalen Annäherung von Völkern und Ländern. Dieses Anliegen wird abgeleitet von dem Angebot göttlicher Verheißung in der Botschaft des Jesus von Nazareth. Zufolge dieses Erfüllungsauftrages geht es um Entwicklung zu größerer Menschlichkeit, um demütige Weisheitssuche, um gedeihliches humanes kulturelles Zusammenleben von Menschen und Völkern in einer nachhaltig bewahrten außermenschlichen Mitwelt. Diese garantiert das Weiterbestehen der Menschheit. Aus philosophischer Sicht werden die egozentrischen Verfehlungen und nekrophilen Irrwege der abendländischen Zivilisation beleuchtet und Beispiele für neue biophile kulturelle Wege, verbunden mit Hoffnung auf Zukunft und Öffnung zu Dialogpartnern angeführt.

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5. Glauben und Denken als Überlebensprogramm des Menschen

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5.1 Was soll ich da noch glauben? Das ist doch undenkbar! Bevor ich beginne, etwas zu denken oder zu glauben, kann mich etwas treffen, bin ich betroffen. Das kann ein liebevoller Blick sein, ein vom Dach fallender Ziegelstein, oder der Haß eines Menschen. Nicht alle solche Wider- fahrnisse machen mich betroffen. Vieles, was mir widerfährt, ist mir bekannt, kann ich einordnen, habe ich durchdacht und läßt sich mit meinem Glauben und Denken vereinbaren. Aber da gibt es ýnicht aus der Welt zu schaffendeþ Tatsachen, die mich immer und immer wieder betroffen ma- chen, die mich erschüttern, ängstigen und ungläubig fragen lassen: Wieso? Und es gibt neue Widerfahrnisse die mich ganz plötzlich treffen, mich so betroffen machen, daß ich meine, nicht mehr klar denken zu können und ich nicht mehr weiß, was ich da glauben soll. Und doch muß ich mir dann ein Bild machen, muß ich die Sache durchdenken und erneut glauben, d.h. ver-trauen, daß unser Leben schließlich doch lebbar bleibt. Was uns auf der Fahrt durch unser Leben widerfährt, bringt uns zum Denken und Glauben. Für mich und viele andere wird von nun an der Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 zur größten gräßlichen Betroffenheit in unserer Geschichtszeit gehören. Dieses Widerfahrnis hat, noch bevor Glauben und Denken überhaupt einsetzen konnten, das Em- pfinden von etwas Unumkehrbaren ausgelöst. ýVon nun an ist die Welt anders.þ Viele empfanden, die Welt könne nicht nur...

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