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Das Kinderzimmer

Eine empirische Analyse verräumlichter Programme der Kindheit

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Heidi Jörges

Die Studie nimmt eine Untersuchung des Kinderzimmers als einen Herstellungs- und Reproduktionsmodus sozialer Ungleichheit vor. Es wird davon ausgegangen, dass zeittypische Semantiken der Kindheit (und des Raumes) nicht nur generelle Verräumlichungen und Platzierungen der Kindheit bewirken, sondern dass sich spezifische Programme und Kalküle der Verortung von Kindheit aufdecken lassen, die deutlich mit dem sozialen Status der Eltern verbunden sind. Es wird angenommen, dass das Zusammenspiel der Kalküle, welche Eltern mit dem Zimmer für ihr Kind verbinden, und der Bedeutungszuschreibungen an das eigene Zimmer durch die Kinder je nach soziostrukturellem Hintergrund der Familien variiert. Ziel der Untersuchung ist es, diese konkreten Formen des Zusammenwirkens als Verräumlichungsprogramme der Kindheit empirisch aufzudecken.

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4. Die empirische Studie

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Die Bedeutungen des Kinderzimmers sollen zunächst aus dem qualitativen Interviewmaterial herausgeschält werden. Dem hier gewählten Zugang soll zudem durch die Einführung soziostruktureller Variablen Rechnung getragen werden, die die sozialstrukturelle Position der Familien erkennen lassen. Im folgenden Kapitel wird die qualitative Vorstudie vorgestellt. Das Ergebnis bildet die Operationalisierung des heuristischen Modells entlang der drei hier aufgespannten theoretischen Zugänge und damit verbundenen Fragestellungen. Danach wird der Untersuchungsgang der quantitativen Hauptuntersuchung erläutert. 4.1 Von der qualitativen Operationalisierung zur quantitativen Analyse verräumlicher Kindheit Die Dürftigkeit bisheriger Forschungsbefunde zu subjektiven Bedeutungen des Kinderzimmers erfordert grundsätzlich eine qualitative Vorstudie, die einen ersten Zugang zum Verständnis der hier zu untersuchenden Zusammenhänge bereitstellen kann (Strauss/Corbin 1996: 5; Flick/Kardoff/Steinke 2002: 25). Der Fokus liegt hierbei zunächst auf einer theoriegeleiteten Sichtung qualitativer Interviewmaterialien mit dem Ziel, ein Repertoire an Bedeutungen des Kinderzimmers und Bearbeitungskalkülen der Kindheit aufzuspüren. Das Konzept stützt sich auf die Integration theoretisch generierte Daten (Denzin 1970: 302ff.). Damit wird in Rechnung gestellt, dass der bisherige Mangel an theoretischer Integration zugleich die Notwendigkeit einer permanenten Reflexion der gegenstandskonstitutiven Beobachtungsperspektive erfordert (Miggelbrink 2002: 175; Flick 2004: 11; Kalthoff 2008: 13; Moser 2004: 12). Aus diesem Grunde soll das Repertoire der Funktionen und Bedeutungen des Kinderzimmers entlang dessen dimensionalen Sensitivierungen (Kap. 3) als „Behälterraum“ der Sozialisation (a), als Durchgangsraum von Macht (b) und als Raum, über den soziale Ungleichheit produziert wird (c) aufgedeckt werden. Hierbei wird 84 folgende Frage immer wieder leitend sein: Welche...

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