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Gustav Mahler – Arnold Schönberg und die Wiener Moderne

Edited By Karl Katschthaler

Der Band versammelt zehn Beiträge einer internationalen und interdisziplinären Tagung, die anlässlich des 100. Todestages von Gustav Mahler und des 60. Todestages von Arnold Schönberg im Dezember 2011 an der Universität Debrecen (Ungarn) stattfand. Musikwissenschaftler, Philosophen und Literaturwissenschaftler aus Ungarn, Österreich und Deutschland werfen nicht nur Schlaglichter auf eine musikpolitische Allianz zwischen zwei Komponisten verschiedener Generationen und die musikästhetischen Verbindungslinien zwischen Gustav Mahler und der Wiener Schule, sondern beschäftigen sich auch mit dem kulturellen Kontext ihres Schaffens, insbesondere mit den literarischen Einflüssen und der eigenen literarischen Produktion sowie ihrer Rezeption im 20. Jahrhundert.

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András Wilheim (Budapest). Zum Problem des Sprechgesang bei Arnold Schönberg

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András Wilheim (Budapest) Zum Problem des Sprechgesang bei Arnold Schönberg In Arnold Schönbergs Kunst gibt es eine gut bekannte, aber eigentlich bis heute nicht ausreichend freigelegte Schicht, die wir gewöhnlich mit dem Begriff Sprechgesang bezeichnen. Wir treffen auf diesen seit den Neunzehnhundertzeh- ner Jahren bis zu seinen letzten Werken, er erscheint in diesem Zeitraum vielen seiner Werke, manchmal bestimmt er die Vokalstimmen des gesamten Opus, manchmal taucht er nur für Momente auf, manchmal erscheint er mit anderen vokalen Verfahren gemeinsam. Und hier beginnen auch schon die Probleme: Was ist dieser Sprechgesang eigentlich? Eine Technik oder ein Mittel, ein Stil- merkmal oder eine Vortragsmanier? Bedeutet der Sprechgesang innerhalb der vier Jahrzehnte umfassenden Periode des Lebenswerkes immer dasselbe oder hat sich die Auffassung des Komponisten im Laufe der Zeit verändert? Inwie- weit ist der Sprechgesang etwas Neues, inwieweit wurzelt er in der Tradition – und wenn letzteres zutrifft, in welcher Tradition? Inwieweit kann er nur mit Schönbergs Werk in Verbindung gebracht werden und inwieweit zeigt sich seine Wirkung auch im vokalen Instrumentarium anderer Komponisten des zwanzigs- ten Jahrhunderts? Dies alles sind wichtige Fragen, die selbstverständlich inner- halb eines kurzen Aufsatzes nicht beantwortet werden können. Ich kann daher hier nur auf einige Aspekte des Themas eingehen. Im Grunde genommen handelt es sich beim Sprechgesang natürlich um das Erscheinen der Rede im musikalischen Kontext. Dieses Problem taucht selbst- verständlich in allen Epochen der Musikgeschichte auf, von den rezitierenden Tönen des gregorianischen Chorals bis...

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