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Zuteilungsansprüche bei Aktien-Neuemissionen

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Arndt Franke

In Zeiten opportunen Marktverhaltens bei der Neuemission von Aktien kam und kommt es oft zu einer Ungleichbehandlung von Anlegern bei der Verteilung neuer Aktien. In dieser interdisziplinären Arbeit wird in ökonomischer Hinsicht das Phänomen des Underpricing als Grund für vielfach überzeichnete Börsengänge erörtert sowie Platzierungsverfahren erläutert. Basierend auf einer juristischen Analyse der Verteilungsverfahren leitet der Autor einen Anspruch auf gleichmäßige Berücksichtigung der Anleger bei der Zuteilung her. Unter Bezugnahme auf regulatorische Reformbemühungen in den USA und Großbritannien zeigt der Autor Reformperspektiven für deutsche Zuteilungsregeln auf. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf der Ausweitung der informationellen Chancengleichheit von Anlegern bei einem Börsengang.

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2. Teil: Emissionsablauf und Zuteilung der neuen Aktien

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In diesem Teil werden zunächst die wesentlichen Schritte der Börseneinführung eines Unternehmens vorgestellt. Hierbei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Erläuterung von Emissions- und Übernahmeverträgen als mögliche Grundlage für einen etwaigen Anspruch auf Zuteilung. Danach sollen die Interessenlage der Emissionsbeteiligten und deren mögliche Bedeutung für strategische Verhaltens- weisen bei einer Emission eingehend betrachtet werden. Die dortigen Ausführun- gen bilden zugleich die Grundlage für die anschließende Vorstellung und Bewer- tung wichtiger Einzelfragen eines Börsengangs: der angewandten Emissions- preisfindungs- und Platzierungsverfahren und möglicher Zuteilungs- und Vertei- lungsverfahren. In diesem Zusammenhang wird auch das Problem des sogenann- ten Underpricing umfassend analysiert. § 1 Wesentliche Schritte und Interessenlage bei einer Börseneinführung Der Börsengang eines Unternehmens gliedert sich typischerweise in drei Phasen: Die Vorbereitungs-, die Haupt- und die Nachphase.44 Alle Phasen zusammen umfassen regelmäßig sechs Monate.45 In der Vorbereitungsphase entscheiden die Geschäftsführung bzw. der Vor- stand und die Gesellschafter bzw. Aktionäre, die Aktien der Gesellschaft an der Börse zu platzieren.46 Um dieses Ziel zu erreichen, bestellen sie in der Regel 44 Zur Gliederung vgl. Picot/Land, DB 1999, 570, 570 ff. 45 Brühl, FB 2001, 192; Schanz, Börseneinführung, § 6 Rn. 5; 20 bis 24 Monate veranschlagt Erhardt, Börseneinführungen von Aktien am deutschen Kapitalmarkt, S. 14. 46 Dazu im folgenden Abschnitt. Zu der umstrittenen Frage, ob der entsprechende Vorstandsbe- schluss wegen der weit reichenden, strukturverändernden Folgen der Börsennotierung der...

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