Show Less

Medien und Buddhismus in Viktor Pelevins Roman «Buddhas kleiner Finger» (Čapaev i Pustota): Gefangenschaft und Befreiung

Series:

Inna Ganschow

Die Arbeit beschäftigt sich mit Viktor Pelevins Roman Čapaev i Pustota und rückt dabei die literarischen Verfahren des Autors, die seinen Schreibstil charakterisieren, in den Mittelpunkt der Analyse. Auf der inhaltlichen Ebene des Romans wird die das Bewusstsein krank machende Wirkung der Medien aufgezeigt. In der ästhetischen Form des Romans werden dagegen Strategien des Buddhismus verwirklicht, die als heilende Gegenmaßnahme verstanden werden können. Methodisch geht die Arbeit zunächst werkimmanent vor und greift dabei auf die kommunikationstheoretisch fundierte Narratologie zurück. Abschließend wird der Roman im Ganzen als «literar-buddhistisch geprägter Antimedienroman» charakterisiert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

III. Buddhismusreferenzen im Roman Чапаев и Пустота

Extract

Dieses Kapitel konzentriert sich auf die Rolle der buddhistischen und pseudobuddhistischen Referenzen bei Pelevin und ihre religiös-philosophische Funktion. Das Kapitel gliedert sich in zwei Blöcke, in denen zuerst die Affinität zu Šinkarevs Buch Максим и Федор behandelt wird, was uns auf der Ebene des abstrakten und z.T. sogar konkreten Autors hält, um anschließend auf die Ebene des abstrakten Lesers zu wechseln und die buddhistische Symbolik in der Komposition des Romans zu analysieren. Es wird gezeigt, dass im Roman Чапаев и Пустота außer Wegen des Irreführens und Krankwerdens durch die Medien auch Wege der Heilung und Auswege aus dem Medienwahnsinn beschrieben werden, wobei das Begehen dieser Pfade erneut in intratextuelle und extratextuelle Räume führt. Unterkapitel III.1. untersucht in mehreren Schritten Pelevins und Šinkarevs Werke auf Gemeinsamkeiten in Bezug auf die Themen Alkohol bzw. auf die Mit’ki-Bewegung hin, insbesondere deren Kultfigur Čapaev, den Buddhismus und Japan. Wenn bei den vorhergehenden Kapiteln noch direkte Anknüpfungen an das Čapaev-Buch, den Film oder die Witze bis in die Wortwahl hinein sichtbar waren, handelt es sich bei den Bezügen auf Максим и Федор um eine Affinität, die Prinzipien und Grundideen übernimmt, oft ohne auf konkrete Textstellen zu rekurrieren. Es ist zu prüfen, inwieweit der Begriff der Intertextualität hier gerechtfertigt ist. Dass Šinkarev tatsächlich von Pelevin rezipiert wurde, lässt sich allerdings mit impliziten textuellen und historischen Indizien belegen. Was die Beziehung zwischen den beiden Texten betrifft, wird die These vertreten, dass es sich bei Чапаев и Пустота um Pelevins Antwort auf Šinkarev handelt,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.