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Das Konzept Deutschheit

Studien über Eduard Spranger

Klaus Himmelstein

Die zehn Studien des Buches über den Philosophen und Pädagogen Eduard Spranger (1882-1963) vermitteln das politische Porträt eines konservativen Intellektuellen. Spranger beteiligte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in wechselnden Herrschaftsverhältnissen, intensiv an der ideologischen Auseinandersetzung um die nationale und kulturelle Identität. In der Einheit des Deutschseins – unter Ausschluss alles Nichtdeutschen, besonders des Jüdischen – wollte Spranger die Gegensätze in der deutschen Gesellschaft und die wachsende Komplexität des modernen Lebens imaginär aufheben. Das Ideal der «Deutschheit» sollte Individualität und Staatlichkeit versöhnen. Spranger fasste diese Vorstellung in die Formel: Durchseelung des Staates und Durchstaatlichung der Seele.

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3 „Die unentrinnbare Deutschheit aller deutsch Geborenen“. Sprangers Konzept nationaler Identität

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107 3 „Die unentrinnbare Deutschheit aller deutsch Geborenen“ Sprangers Konzept nationaler Identität Prolog zum neudeutschen Aufbruch Hellmut Diwald, Historiker und Publizist: „Nach einer generationenlangen Lähmung unseres Selbstbehauptungswillens steht jetzt, am Ende des Jahrhunderts, ein Neuansatz des politischen Handelns an. ... Das ist heute der erste Schritt fort von unserem Kummer über das unwiederbringlich Verlorene des Deutschen Reiches und der erste Schritt hin zu seiner Metamorphose in einer politisch-staatlichen Neufassung, die den Grundwillen der Deutschen – ein- fach sie selbst zu sein – genauso wiedergibt, wie er sich in unserer langen Geschich- te so oft schon Gestalt und Ausdruck gegeben hat.“ (1988) Botho Strauß, Schriftsteller: „Heute ... bildet das Volk der Deutschen keinen geheimen Schatz in der Seele des einzelnen mehr, aus dem er Kraft schöpfen könnte. ... Es spricht nur noch aus Faulheit deutsch, die meisten seiner Regungen und Interessen ließen sich besser auf Amerikanisch ausdrücken.“ (1992) Wolfgang Schäuble, CDU-Politiker: „Die multikulturelle Gesellschaft hat ... schon Rom nicht aus der Patsche gehol- fen. … Wir müssen uns des Gefühls nationaler Zusammengehörigkeit wieder sicherer und gewisser werden. Bei allem Respekt für die Freiheits- und Rechtsordnung unse- res ... Grundgesetzes, ein Verfassungstext allein kann nicht ausreichen, um nicht nur im Verstand, sondern auch in den Herzen der Menschen eine Gemeinschaft zu stif- ten, die notwendig ist, auch schwierige Zeiten zu meistern.“ (1994) Hans Jürgen Syberberg, Regisseur: „Die wirkliche Befreiung hat nicht am 8. Mai 1945 stattgefunden, wo wir so viel verloren haben, sondern 1989. 1989 war die Befreiung...

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