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Das Konzept Deutschheit

Studien über Eduard Spranger

Klaus Himmelstein

Die zehn Studien des Buches über den Philosophen und Pädagogen Eduard Spranger (1882-1963) vermitteln das politische Porträt eines konservativen Intellektuellen. Spranger beteiligte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in wechselnden Herrschaftsverhältnissen, intensiv an der ideologischen Auseinandersetzung um die nationale und kulturelle Identität. In der Einheit des Deutschseins – unter Ausschluss alles Nichtdeutschen, besonders des Jüdischen – wollte Spranger die Gegensätze in der deutschen Gesellschaft und die wachsende Komplexität des modernen Lebens imaginär aufheben. Das Ideal der «Deutschheit» sollte Individualität und Staatlichkeit versöhnen. Spranger fasste diese Vorstellung in die Formel: Durchseelung des Staates und Durchstaatlichung der Seele.

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5 Loyal über das Exil hinaus. Käte Silber und Eduard Spranger

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151 5 Loyal über das Exil hinaus Käte Silber und Eduard Spranger 1925 las die 23-jährige Käte Silber mit Begeisterung die „Psychologie des Ju- gendalters“ und wollte den Autor, Eduard Spranger, unbedingt „wenigstens von fern … erblicken“, erinnerte sie sich 27 Jahre später. Und fährt fort: „ so pilgerte ich, eine von hunderten von Studenten, gleich in meinem ersten Semester in Berlin in die Dorotheenstraße, wo in einem sehr großen und hohen Hörsaal der Professor seine berühmten Vorlesungen hielt.“1 Das war im Sommersemester 1926 an der Friedrich-Wilhelms-Universität. Zunächst Studentin, dann auch Pri- vatsekretärin, Doktorandin und schließlich Kollegin, das sind die Stationen der lebenslangen Verbindung zwischen Käte Silber und Eduard Spranger. Doch Kä- te Silber ist nicht allein mit der Rolle der „Schülerin“ des berühmten Professors zu fassen. Auch wenn ihre Erinne- rungen das nahe legen. Käte Silber zählt zu den pädagogischen Wissenschaft- lerinnen jüdischer Herkunft in Deutschland, die in den 30er Jahren der Verfolgung und Ermordung durch das NS-Regime in Deutschland entfliehen konnten. In der Emigration in Großbritannien gelang es ihr, als Dozentin der University of Edinburgh an ihre in Deutschland abge- schnittene Karriere in neuer Weise anzuknüpfen. Als Wissenschaftlerin leistete sie einen Beitrag zur Internati- onalisierung der historisch-pädagogischen Pestalozzifor- schung. Käte Silber ist bisher in der Pestalozziforschung kaum, in der pädagogi- schen Exilforschung gar nicht beachtet worden, obwohl sie nach 1945 in der bundesdeutschen...

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