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Das Konzept Deutschheit

Studien über Eduard Spranger

Klaus Himmelstein

Die zehn Studien des Buches über den Philosophen und Pädagogen Eduard Spranger (1882-1963) vermitteln das politische Porträt eines konservativen Intellektuellen. Spranger beteiligte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in wechselnden Herrschaftsverhältnissen, intensiv an der ideologischen Auseinandersetzung um die nationale und kulturelle Identität. In der Einheit des Deutschseins – unter Ausschluss alles Nichtdeutschen, besonders des Jüdischen – wollte Spranger die Gegensätze in der deutschen Gesellschaft und die wachsende Komplexität des modernen Lebens imaginär aufheben. Das Ideal der «Deutschheit» sollte Individualität und Staatlichkeit versöhnen. Spranger fasste diese Vorstellung in die Formel: Durchseelung des Staates und Durchstaatlichung der Seele.

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9 „Abgesandter meines Volkes und meiner Regierung“. In offizieller Mission in Japan

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241 9 „Abgesandter meines Volkes und meiner Regierung“ In offizieller Mission in Japan Im November 1936 übernahm Eduard Spranger, seit 1920 Professor für Philo- sophie und Pädagogik an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin, im Auf- trag der Nazi-Regierung für ein Jahr die wissenschaftliche Leitung des Japa- nisch-Deutschen Kulturinstituts in Tokio. Gemeinsam mit seiner Frau startete Spranger am 11. Oktober 1936 seine Japanreise mit dem Zug vom Anhalter Bahnhof in Berlin. Die erste Etappe führte bis Genua. Dort bestieg das Ehepaar Spranger zwei Tage später den Dampfer Gneisenau zur Weiterfahrt nach Japan. Nach rund einem Monat legte die Gneisenau am 09. November gegen 19 Uhr an der Mole von Yokohama an. Die Rückreise des Ehepaars Spranger nach Deutschland begann am 18. Oktober 1937 von Kobe mit dem Dampfer Potsdam, der am 13. November den Hafen von Genua erreichte. Am 2. Dezember 1937 nahm Spranger seine Lehrtätigkeit an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin wieder auf. Ebenfalls am 11. Oktober 1936 und ebenfalls mit dem Zug begannen der deutsche Philosoph Karl Löwith und seine Frau von Rom aus eine Japanreise, die jedoch unter wesentlich anderen Voraussetzungen stand als die Reise der Sprangers. In Neapel bestiegen die Löwiths am nächsten Tag, dem 12. Oktober, das japanische Schiff Suwa Maru, das am 15. November im Hafen von Kobe in Japan anlegte.1 Löwith hatte im Juli 1936 durch die Vermittlung des japanischen Philosophen Shûzô Kuki2 einen Ruf an die Kaiserliche Tôhoku Universität...

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