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Rationalität und Demokratie

Herausgegeben vom Centro de Estudios Filosóficos José Porfirio Miranda

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Centro de Estudios Filosóficos

Rationalität und Demokratie gehört mit den bereits ins Deutsche übersetzten Werken Appell an die Vernunft und Hegel hatte recht zu den drei meistgeschätzten Philosophiebüchern des Autors . In diesem Buch versammelt Miranda die bedeutendsten Thesen seiner früheren Bücher und entwickelt darüber hinausgehend Themen wie Rationalität und Geschichte, Gesellschaft und Demokratie und, vor allem, Gerechtigkeit. Der Autor streitet in lebhafter Weise mit Philosophen wie Adorno, Hegel und Rousseau und Soziologen wie Habermas, Luhmann und Rawls über die von ihm abgehandelten Punkte. Er verwendet eine wissenschaftliche Methodik. Er verlangt Definitionen und Beweise. Dies erläutert er im letzten Kapitel mit dem Titel Wissenschaft und Gesellschaft.

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6 Wissenschaft und Gesellschaft

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Der systemischen Soziologie zufolge ist in der modernen Demokratie aus- schließlich die Wissenschaft für Fragen der Wahrheit und Rationalität zuständig. Das aus den Wissenschaften gebildete Subsystem hat das Monopol, wenn es in der modernen Gesellschaft darum geht zu erfahren, welche Konzeptionen wahr und welche falsch sind. Luhmann schreibt: „Anspruchsvolle Wahrheit ist erst wissenschaftlich gesicherte Wahrheit, und nirgendwo anders in der Gesellschaft kann sie produziert werden.“ (1987a:52) „Damit wird die definitive Feststellung dessen, was wahr ist, einem Teilsystem der Gesellschaft überlassen“ (1991a:146). Für die moderne Demokratie ist nun die Erkenntnis der Wahrheit und der Erwerb neuer Wahrheiten zwar lebenswichtig, es wäre allerdings katastrophal, wenn diese These der systemischen Soziologie stimmte. Nicht nur haben die Wissenschaften die Wahrheit vollkommen vernachlässigt und sind zu deren Er- fassung konstitutiv unfähig geworden, sondern auch die von ihnen eingeschla- genen Verfahren sowohl zur Übernahme von Theorien als auch zur Aufgabe von Theorien haben sich als völlig irrational erwiesen. Eben das Funktionieren der Demokratie selbst fördert und erfordert Rationa- lität und Wahrheit; sowohl aufgrund der Redefreiheit, die für die Existenz der Demokratie wesentlich ist und die allgemeine Übernahme von Überzeugungen allein dadurch ermöglicht, dass sie sich als wahr erweisen, als auch wegen der Ernennung von Parlamentariern, die ohne Fraktionszwang gewählt werden, d.h. in der Weise, dass sie auf die Gründe und Argumentationen der anderen Abge- ordneten eingehen und entsprechend entscheiden. Nach den Denkern der Auf- klärung haben diese beiden...

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