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Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung §§ 232, 233 a StGB

Unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Grundlagen

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Christian Pfuhl

Die Arbeit setzt sich mit dem Phänomen des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung §§ 232, 233 a StGB auseinander. Dabei werden die deutschen Vorschriften in den Kontext zahlreicher internationaler Maßnahmen sowie zur österreichischen und zur schweizerischen Menschenhandelsvorschrift gesetzt. Der Autor geht zunächst ausführlich auf die Frage ein, ob der deutsche Gesetzgeber die internationalen Vorgaben mit dem 37. Strafrechtsänderungsgesetz hinreichend umgesetzt hat. Ferner werden die europäischen Reformen – namentlich die Europaratskonvention und die Richtlinie 2011/36/EU – dargestellt. Zudem wird detailliert erörtert, ob eine Strafbarkeit der Kunden von Menschenhandelsopfern geschaffen werden soll.

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Kapitel 2: Das 37. Strafrechtsänderungsgesetzvom 11.02.2005

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39 Kapitel 2: Das 37. Strafrechtsänderungsgesetz vom 11.02.2005103 A. Anlass für die Rechtsänderung I. Internationales Recht Grund für die einschneidenden Änderungen durch das 37. StrÄndG waren die internationalen Übereinkommen, namentlich das ZP der Vereinten Nationen vom 15.11.2000104 und der RB 2002/629/JI vom 19.07.2002105.106 Bis zur Fassung des Zusatzprotokolls und des Rahmenbeschlusses gab es zahlreiche internationale Abkommen, die sich mit dem Menschenhandel (bzw. Mädchen- oder Frauen- handel107) auseinandersetzten. Allerdings wurden die Phänomene des Menschen- handels bisher nicht in ihrer Gesamtheit erfasst.108 Aufgrund der Tatsache, dass das ZP der Vereinten Nationen und vor allem der RB 2002/629/JI die Änderung der Rechtslage prägend mitbestimmt haben109, soll lediglich auf diese beiden Übereinkommen eingegangen werden. Das Fakultativprotokoll zum Überein- kommen über die Rechte des Kindes, betreffend den Verkauf von Kindern, die Kinderprostitution und die Kinderpornografie vom 25.05.2000110, welches für das 37. StrÄndG keine wesentliche Relevanz hatte, wird vorwiegend im Zu- sammenhang mit der Rechtsvergleichung erörtert werden111, da diesem insbe- 103 37. StfÄndG vom 11.02.2005, BGBl. 2005 I, S. 239. 104 ZP der Vereinten Nationen, BGBl. 2005 II, S. 995. 105 RB 2002/629/JI, ABl. EU Nr. L 203 vom 01.08.2002. 106 Schönke/Schröder/Eisele, § 232 Rn. 4. 107 Beim Menschenhandel soll es sich um ein frauenspezifisches Delikt handeln, da der Handel mit männlichen Opfern eher Ausnahmecharakter hat. Aus diesem Grund wird der Menschenhandel auch als Frauenhandel bezeichnet. Die Differenzierung zwischen Frauen- und Mädchenhandel geht auf die ersten Abkommen auf internationaler Ebene zur...

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