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Unbegrenzt

Literatur und interkulturelle Erfahrung

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Edited By Michael Hofmann

Interkulturalität ist ein Paradigma, das in den letzten Jahren immer mehr an Aktualität gewonnen hat. Rüdiger Sareika hat während seiner Arbeit an der Evangelischen Akademie Schwerte-Villigst dieses Thema in innovativer und engagierter Weise in die Diskussion gebracht und unzählige Anregungen vermittelt – und dies vor vielen anderen. Dieser Band verdeutlicht mit vielen Beiträgen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Partnerinnen und Partner der Arbeit Rüdiger Sareikas waren, den Stellenwert interkultureller Erfahrung für die deutsche Literatur und für die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche und auch kulturpolitische Diskussion.

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Weltliteratur im frühen Nachkrieg – Vom Exil bis zur‚Arche Manesse‘ in den ersten Jahrzehnten nach der Katastrophe: Sigrid Thielking

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Weltliteratur im frühen Nachkrieg – Vom Exil bis zur ‚Arche Manesse‘ in den ersten Jahrzehnten nach der Ka- tastrophe Sigrid Thielking I. Vorweg – Kleiner Exkurs über Exil, Nachexil und Welthaftig- keit der deutschen Literatur Ungeklärt scheint die Frage, ob der Exodus der Schriftsteller und Künstler – und nicht nur der – aus Hitlerdeutschland und deren Verbannung über verschiedene Fluchtrouten in verschiedene Exilländer die Betroffenen weltoffener, ja ob allein schon die Tatsache, dass Exil und Asyl sie betraf und prägte, sie dazu führte, sich der Weltliteratur stärker zu öffnen und hierin neue Bezugspunkte zu finden, oder ob nicht in einem Selbstbespiegelungseffekt sie eher auf Deutschland ge- richtet blieben? Sicherlich wären hier unterschiedliche Phasen des Exils zu dif- ferenzieren und es wären generative Unterschiede zu machen, auch die Sprach- kenntnisse und der Grad, mit dem sie in die Kulturen und Gepflogenheiten ihrer Flucht- und Gastländer vordrangen, all dies dürfte – von Fall zu Fall – entschei- dend gewesen sein. Eines ist jedoch offensichtlich, die Welthaltigkeit ihrer Botschaften war und blieb – allen seit anfangs der 1940er Jahren bestehenden Neuordnungsplänen zum Trotz – vom Nachkriegsdeutschland ungehört. Doch darin erging es den Vertretern der Inneren wie der Äußeren Emigration nicht entscheidend anders. Ich habe das einmal an einer Gegenüberstellung von Erich von Kahler und Carl Jaspers ausführlicher zu zeigen versucht1, mit dem Ergebnis, dass sich derer bei- der Kosmopolitismus nicht sehr weit auseinander bewegte. In der deutschen Nachkriegsliteratur hatten die Exilierten und ihre Literatur keinen...

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