Show Less

Unbegrenzt

Literatur und interkulturelle Erfahrung

Series:

Edited By Michael Hofmann

Interkulturalität ist ein Paradigma, das in den letzten Jahren immer mehr an Aktualität gewonnen hat. Rüdiger Sareika hat während seiner Arbeit an der Evangelischen Akademie Schwerte-Villigst dieses Thema in innovativer und engagierter Weise in die Diskussion gebracht und unzählige Anregungen vermittelt – und dies vor vielen anderen. Dieser Band verdeutlicht mit vielen Beiträgen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Partnerinnen und Partner der Arbeit Rüdiger Sareikas waren, den Stellenwert interkultureller Erfahrung für die deutsche Literatur und für die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche und auch kulturpolitische Diskussion.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Ich, die Dritte Welt, oder: Heiner Müllers apokalyptische Utopie in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren: Arnd Beise

Extract

186 Rüdiger Sareika Behandlung von Kolonialismus, Neoimperialismus und Dritter Welt versuchte, zeigt Konstanze Streese in ihrer diesem Zeitraum gewidmeten Arbeit.3 Einen detailreichen Gesamtüberblick gibt Kim Thuan Mai für den Zeitraum der späten vierziger bis in die achtziger Jahre. Interessant ist, dass er die Dritte Welt weiterhin als ein charakteristisches Merkmal für bestimmte Formen der Annäherung an außereuropäische Kulturen beschreibt.4 3 Konstanze Streese: „Cric?“ – „Crac!“: Vier literarische Versuche mit dem Kolonialismus umzugehen, Bern 1991. 4 Kim Thuan Mai: Das Bild der Dritten Welt in Werken der deutschen Gegenwartsliteratur vom Ausgang der vierziger bis in die achtziger Jahre, Frankfurt a.M. 1995. Ich, die Dritte Welt, oder: Heiner Müllers apokalyptische Utopie in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren Arnd Beise I. Walriss Seit Mitte der 1970er Jahre glaubte Heiner Müller nicht mehr, dass die DDR Heimstatt der Utopie wäre. „Wo ist der Morgen den wir gestern sahn“, fragte sich der Schriftsteller („Projektion 1975“): „Ich lese, was ich vor drei, fünf, zwanzig Jahren geschrieben habe, wie den Text eines toten Autors.“1 „Das Ge- fühl des Scheiterns, das Bewußtsein der Niederlage beim Wiederlesen der alten Texte ist gründlich.“2 Die Folge war eine poetologische Wende, nämlich die „Verabschiedung des Lehrstücks“3 und des hinter seine Figuren zurücktretenden Autors, den Müller einmal ‚naturalistisch‘ nannte. Stattdessen subjektivierte er seine Theatertexte radikal. „Naturalismus“ sei „Austreibung des Autors aus dem Text“4, Müller hingegen ging...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.