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Unbegrenzt

Literatur und interkulturelle Erfahrung

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Edited By Michael Hofmann

Interkulturalität ist ein Paradigma, das in den letzten Jahren immer mehr an Aktualität gewonnen hat. Rüdiger Sareika hat während seiner Arbeit an der Evangelischen Akademie Schwerte-Villigst dieses Thema in innovativer und engagierter Weise in die Diskussion gebracht und unzählige Anregungen vermittelt – und dies vor vielen anderen. Dieser Band verdeutlicht mit vielen Beiträgen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Partnerinnen und Partner der Arbeit Rüdiger Sareikas waren, den Stellenwert interkultureller Erfahrung für die deutsche Literatur und für die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche und auch kulturpolitische Diskussion.

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Thomas Meinecke liest Hubert Fichte. Pop und Interkulturalität in „Lookalikes“: Charis Goer

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204 Arnd Beise sings Traum“, aber es kommt kein neuer Mensch raus, sondern nichts außer der totalen Vernichtung. Ich glaube daher nicht, dass es stimmt, was Arlene Teraoka über das Ende des Stücks geschrieben hat: „The catastrophic finale is not evidence of a pessi- mistic or nihilistic worldview on the part of the author. […] Aaron laughs, Aa- ron wins; Africa defeats Europe.“104 Tatsächlich geht Rom unter im Krieg zwi- schen den Römern (das ist der Westen) und den Goten (das ist der Osten). Die- ser Krieg schlägt „die Hauptstadt der Welt […] an das Kreuz des Südens“, aber „applaudiert“ wird „aus Massengräbern lautlos“.105 Mag Aaron triumphieren, aber tot ist und bleibt er, und mit ihm sind es die „Neger aller Rassen“.106 Mit der Ersten und der Zweiten Welt geht auch die Dritte Welt unter. „Unten auf- scheint schwarz und ohne Grund, bis pfeifend überm letzten Happyend die Falle Welt sich schließt, das Firmament.“107 Mag der europäische Kulturkritiker auch den Sieg des Südens über den Norden sich wünschen, so geht dabei doch seine Welt drauf, und er kann sich keine andere vorstellen. „Black“.108 Müllers Hoffnung auf die Dritte Welt scheint mir nicht unproblematisch. Seine Dritte Welt ist erst weiblich und dann schwarz. Sie ist nicht angekränkelt von der europäischen Kultur, sondern naturnah und unreflektiert, wie ‚Frauen‘ und ‚Neger‘ in den dümmsten Stereotypen des weißen Europäers. Immerhin aber versuchte Heiner M...

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