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Die Stellung des Kindes in auf Einvernehmen zielenden gerichtlichen und außergerichtlichen Verfahren in Kindschaftssachen

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Natalie Ivanits

Kindschaftsverfahren, Einvernehmen, Mediation. Aber wo bleibt das Kind? Rechtfertigt eine Einigung der Eltern das Absehen von der Kindesanhörung? Kann ohne die persönliche Beteiligung des Kindes die Wahrung seiner Interessen sichergestellt werden? In dieser Arbeit werden zum einen die rechtlichen Anforderungen an die Kindesanhörung untersucht, zum anderen humanwissenschaftliche Erkenntnisse aus der Scheidungsforschung und der Entwicklungspsychologie ausgewertet. Sinn und Zweck der Kindesbeteiligung sowie die Möglichkeiten und Grenzen von Einvernehmen werden herausgearbeitet und schließlich Anforderungen an das Verfahren aufgestellt.

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Teil 4: Allgemeines zu Einvernehmen in Kindschaftssachen

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A. Das Einvernehmen in Kindschaftssachen Die Bedeutung von einvernehmlichen Konfliktlösungen innerhalb und außer- halb des Gerichtsverfahrens hat in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenom- men. Die Beteiligten sollen sich über den Verfahrensgegenstand möglichst eini- gen, anstatt streitig zu verhandeln bis der Richter entscheidet. Hinsichtlich des Gerichtsverfahrens wird oft bemängelt, dass zum einen das Verfahren den Bedürfnissen der Beteiligten nicht gerecht werde, da es zu sehr auf Streit ausgelegt sei, zum anderen die gerichtlich getroffenen Regelungen bei weitem nicht immer befrieden und auch nicht nachhaltig seien. Hinzu kommt, dass es für die Beteiligten im Gerichtsverfahren oft schwierig und ernüchternd ist, ihr intimstes Privatleben übersetzt zu sehen in eine Sprache von Paragra- phen, legalen Definitionen und Maßnahmen, sich dem Schachspiel ihrer Anwäl- te, den Beurteilungen des Jugendamtes und der Entscheidung des Richters aus- geliefert zu fühlen und schließlich nicht das erhoffte Ergebnis zu erzielen. Von konsensualen Vermittlungsverfahren bzw. Streitbeilegungsverfahren wird erhofft, dass sie im Gegensatz zum streitigen Gerichtsverfahren die Kon- flikte der Familie sowie die Belastungen der Kinder verringern.1 Gerade wenn außergerichtlich in einem intimeren, privateren Rahmen wie einer Mediation verhandelt wird, wird davon ausgegangen, dass dies die Anspannungen und den Stress der Beteiligten vermindern könne. Es soll auch eine – selbst wenn nur in begrenztem Rahmen mögliche – über die rechtlich relevanten Fragen hinausge- hende Bearbeitung der Konflikte der Familie ermöglicht werden. Die Eltern sol- len idealerweise im Vermittlungsverfahren sehen, dass eine Kommunikation und Einigung möglich ist, und...

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