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Islamisches Zivilrecht der hanafitischen Lehre

Die zivilrechtliche Kodifikation des Qadrî Pâshâ

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Hans-Georg Ebert and Assem Hefny

Auf der Grundlage der hanafitischen Rechtsliteratur erstellte der ägyptische Jurist Muhammad Qadrî Pâshâ eine zivilrechtliche Kodifikation, die erstmals im Jahre 1891 in Ägypten aus seinem Nachlass veröffentlicht wurde. Nach dem Muster der osmanischen Mecelle formulierte Qadrî Pâshâ einen Rechtstext, der schuld-, sachen- und verfahrensrechtliche Bestimmungen enthält. Für die neu gebildeten Rechtsschulen des Landes diente die Kodifikation als Orientierung hinsichtlich des islamischen Zivilrechts. Die späteren Zivilgesetzbücher einiger arabischer Länder wie Ägypten, Jordanien und Irak beziehen sich in einzelnen Regelungen auf den Text. Auch außerhalb der arabischen Welt wurde das Gesetzbuch eine wichtige Referenzquelle für das islamische Zivilrecht. Die Übersetzung folgt der ursprünglichen arabischen Textvorlage. In den Kommentaren und Erläuterungen werden sowohl die islamisch-rechtlichen Begriffe als auch die Besonderheiten der rechtlichen Systematik herausgearbeitet.

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II. Der Führer für den Ratlosen

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zur Kenntnis über die Angele- genheiten des Menschen in den islamischen Rechtsgeschäften nach der Rechtsschule des ehrwürdigen Imāms Abū Ḥanīfa an- Nu‛mān in Übereinstimmung mit dem in Ägypten und anderen is- lamischen Gebieten existierenden Gewohnheitsrecht Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes Auf ihm ruht die Hoffnung und das Vertrauen, der Auserwählte (Muḥammad) möge mir seine Gunst erweisen 1. Buch Sachen 1. Kapitel Arten von Sachen Art. 1 Die Sache67 ist etwas, was aufbewahrt werden kann, um es bei Bedarf zu nutzen. Sie wird in zwei Arten unterteilt: Eine unbewegliche Sache68 und eine bewegli- che Sache69. Art. 2 Die unbewegliche Sache ist etwas, was einen festen Grund und Boden hat und nicht bewegt und verschoben werden kann. Art. 3 Als bewegliche Sache gilt das, was man bewegen und verschieben kann. Dies umfasst Handelsgüter70, Tiere, messbare Sachen71, wägbare Sachen72, Gold und Silber sowie Gebäude und Pflanzen, die sich auf Eigentumsland oder auf dem Land einer Religiösen Stiftung73 befinden. 67 Arab. māl (Pl. amwāl). Der Terminus bezeichnet in diesem Zusammenhang nicht die Steuern und Abgaben bzw. die Einnahmen des Staates, die in früh‛abbāsidischer Zeit da- mit gemeint waren. Vgl. Scheiner, J., Steuern und Gelehrsamkeit in der frühen ‛Abbāsidenzeit: Das Kitāb al-amwāl des Abū ‛Ubaid al-Qāsim b. Sallām. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG), Wiesbaden 162(2012)1, S. 53- 93. 68 Arab. ῾aqār. 69...

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