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Archetypen, Artefakte

Komparatistische Beiträge zur kulturellen und literarischen Repräsentation von Tieren

Edited By Alena Diedrich, Julia Hoffmann and Niels Penke

Wie werden Tiere in der Literatur dargestellt? Welche spezifischen Funktionen übernehmen sie in verschiedenen kulturellen Traditionen? Wie differieren ihre Darstellungen in unterschiedlichen Medien? Am Beispiel prominenter Tierfiguren sowie an bis dato eher unberücksichtigten Tiergattungen werden kultur- und literaturhistorische Prozesse untersucht und auf ihre Mechanismen befragt. Dabei wird besonders auch ein Blick auf die historische Entwicklung bestimmter Tiere und ihre spezifischen literarischen Repräsentationen geworfen. Der komparatistische Band sondiert zum einen Fragestellungen aus dem Bereich der Cultural and Literary Animal Studies und beleuchtet darüber hinaus einzelne Stationen der Forschung am Beispiel unterschiedlicher Textgattungen – von der Naturkunde bis zum Manga, von der populären Kinder- und Jugendliteratur bis hin zu kanonischen Texten der Weltliteratur.

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Das Göttliche im Kalbhaften. Die Schlachthöfe von Chicago in religiösen Diskursen des 19. und 20. Jahrhunderts: Katerina Kroucheva

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Das Göttliche im Kalbhaften. Die Schlachthöfe von Chicago in religiösen Diskursen des 19. und 20. Jahrhunderts Katerina Kroucheva It might come from the center of the world, this smoke, where the fires of the ages still smoulder. Upton Sinclair, 19061 The mainspring of the American Beef Trust, the centre and source of its existence, is the refrigerator car. Charles Russell, 19052 Die Schlachthöfe von Chicago waren für die meisten Zeitgenossen ein erschre- ckendes Beispiel einer gescheiterten Selbstinszenierung des amerikanischen In- dustriekapitalismus. Der Versuch, eine Fleischkonservenfabrik in eine Ikone des technischen Fortschritts und in eine Art zukunftsträchtiges Nationalsymbol zu verwandeln – eine Strategie, die sich spätestens seit der World’s Columbian Ex- position im Jahr 1893 an Besucher aus aller Welt richtete – mündete in eine er- schütternde Demonstration dessen, wie dramatisch die intendierte Repräsentati- on und ihre Rezeption mitunter auseinanderklaffen können. Anders als der als „nutzlos und monströs“3 verschriene Eiffelturm, der 1887-1889 für die Weltausstellung anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der französischen Revolution erbaut wurde und nach Ablauf von 30 Jahren eigent- lich hätte abgerissen werden sollen, entwickelten sich die Stockyards keines- wegs zur grenzenlosen „Metapher ohne Bremse“.4 Im Jahr 1893 besuchten zahl- reiche europäische Schriftsteller das im Pomp der Weltausstellung erstrahlende Chicago, dessen Ausstellungsgelände, die White City, zum Vorbild der Emerald City in Lyman Frank Baums Oz-Büchern werden sollte5 und dessen zweite gro- 1 Upton Sinclair: The Jungle. Hg. v....

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