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Archetypen, Artefakte

Komparatistische Beiträge zur kulturellen und literarischen Repräsentation von Tieren

Edited By Alena Diedrich, Julia Hoffmann and Niels Penke

Wie werden Tiere in der Literatur dargestellt? Welche spezifischen Funktionen übernehmen sie in verschiedenen kulturellen Traditionen? Wie differieren ihre Darstellungen in unterschiedlichen Medien? Am Beispiel prominenter Tierfiguren sowie an bis dato eher unberücksichtigten Tiergattungen werden kultur- und literaturhistorische Prozesse untersucht und auf ihre Mechanismen befragt. Dabei wird besonders auch ein Blick auf die historische Entwicklung bestimmter Tiere und ihre spezifischen literarischen Repräsentationen geworfen. Der komparatistische Band sondiert zum einen Fragestellungen aus dem Bereich der Cultural and Literary Animal Studies und beleuchtet darüber hinaus einzelne Stationen der Forschung am Beispiel unterschiedlicher Textgattungen – von der Naturkunde bis zum Manga, von der populären Kinder- und Jugendliteratur bis hin zu kanonischen Texten der Weltliteratur.

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„The first in the history of India to perform a satya-graha”. Die ‚heilige‘ Kuh als politisches Symbol in Indien und ihre Repräsentationen als politische Akteurin in Uday Prakashs Warren Hastings ka Saand (1996): Nina Kullrich

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138 Katerina Kroucheva zeitliche Distanz und den durch Beliebigkeit ausgezeichneten und phantastische Konnotationen mit sich führenden Standort, von dem aus die Fabrik beobachtet wird. Es ist eine der zentralen Aussagen dieses Passus, dass es längst nicht mehr um die Tiere, die Arbeiter und die Stockyards geht, sondern um deren kulturelle Repräsentationen – eine Erkenntnis, die sich nahtlos methodisch auch auf diesen Artikel übertragen lässt, der den Versuch unternimmt, Momente einer Wissens- und Darstellungsgeschichte in Bezug auf eines der bekanntesten Bilder Ameri- kas aufzuzeichnen. Ähnlich, wie manch ein Science-Fiction-Film schlecht altern kann, sind auch die Stockyards als Zukunftsvision mit der Zeit grotesk gealtert. Als sie um die Mitte des 20. Jh.s von der technischen Entwicklung eingeholt werden, kön- nen sich die Schlachthöfe, gefangen in ihrer Nützlichkeit, anders als der Eiffel- turm, nicht immer neu erfinden und stellen zum Schluss lediglich eine „über- wundene Version des Kapitalismus“ dar.87 Das religiöse Thema bleibt erstaunlicherweise trotz allem in den Köpfen und in den Texten, selbst nach der Entlarvung ihres Mechanismus als überholt – womöglich, weil der Schrecken ihrer Existenz die Technik an Nachhaltigkeit übertreffen konnte. Dieser Text versteht sich als ein Baustein zu einer Rekonstruktion des „komplexen Ganzen“,88 das die Nachwirkung der Stockyards auf unterschiedlich beschaffene Texte darstellt. Eine Untersuchung der literarischen Metaphern, die in der Folgezeit in wissenschaftliche und politische Diskurse übergehen, bietet eine mögliche Fortsetzung dieser Analyse, die versucht, die wechselseitige Wir- kung von literarischen und nichtliterarischen Texten vor dem Hintergrund ge-...

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