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Eine sprachenübergreifende Ausbildung in der Fremdsprachendidaktik aus studentischer Perspektive

Das «Innsbrucker Modell der Fremdsprachendidaktik» (IMoF)

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Eva Maria Hirzinger-Unterrainer

Seit 2002 setzt das «Innsbrucker Modell der Fremdsprachendidaktik» (IMoF) neue Konzepte in der Fremdsprachendidaktikausbildung um, indem es für alle zukünftigen (Fremd-)SprachenlehrerInnen eine sprachenübergreifende und mehrsprachig ausgerichtete Ausbildung anbietet. Diese Studie setzte sich zum Ziel, Erwartungen von Studierenden an die Fremdsprachendidaktikausbildung vor und nach Absolvierung des Modells zu analysieren sowie Unterschiede zwischen Studierenden zu Beginn und am Ende ihrer Ausbildung zu eruieren. Dazu wurden mittels Fragebogen erhobene quantitative Daten mit, aus Leitfadeninterviews gewonnenen, qualitativen Daten ausgewertet und trianguliert. Abschließend werden die Ergebnisse den Intentionen von IMoF gegenübergestellt, woraus Vorschläge für die (Fremd-)Sprachendidaktikausbildung formuliert werden.

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1 Einleitung

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Der Mehrsprachigkeit kommt in der Gesellschaft und für Einzelpersonen (wie- der) eine große Bedeutung zu. Auch wenn es in Zentraleuropa den Anschein hat(te), dass die meisten Menschen monolingual seien, ist Mehrsprachigkeit weltweit betrachtet die Norm und Einsprachigkeit die Ausnahme (vgl. u.a. Edmondson/House 2006, S. 61; Riehl 2006, S. 15). So versteht unter anderem Hufeisen (2003, S. 97) Mehrsprachigkeit als „linguistische Norm, die sich auch in der lebensweltlichen Realität widerspiegelt“. Demnach bildet Mehrsprachig- keit sowohl den Ausgangspunkt des schulischen Fremdsprachenunterrichts, in- dem vorhandene Sprachenkenntnisse nutzbar gemacht werden können, als auch dessen Ziel durch den Ausbau der Mehrsprachigkeit der SchülerInnen (vgl. Wipperfürth 2009, S. 17). In diesem Sinne bieten sich gerade für zukünftige Fremdsprachenlehrperso- nen durch die zunehmende lebenssprachliche Mehrsprachigkeit ihrer SchülerIn- nen viele Chancen, auf die sie in ihrer Ausbildung jedoch (noch) nicht ausrei- chend vorbereitet werden. Empirische Forschung berücksichtigt diesen Umstand nur bedingt, denn Lehrpersonen von Sprachen „[stehen] eher selten im Zentrum von Analysen oder europäischen Initiativen, obwohl sie ein wesentlicher Motor für erfolgreiches Sprachenlernen, aber auch für Mehrsprachigkeit allgemein […] sind […].“ (Ziegler 2011, S. 7) In den letzten Jahren ist das Berufsfeld der FremdsprachenlehrerInnen mehr noch als jenes der anderen Fachlehrpersonen zunehmend diffus geworden. Defi- nierten sich Lehrpersonen in der Vergangenheit überwiegend über ihre einzel- sprachliche Fachkompetenz, das heißt etwa ausschließlich als Englischlehrer bzw. Italienischlehrerin, so nehmen die Mehrsprachigkeit der SchülerInnen und damit einhergehend die dafür notwendigen Kompetenzen seitens der Lehrperso- nen...

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