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Zur strafrechtlichen Neugestaltung der Präimplantationsdiagnostik in Deutschland

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Simon Lück

Seit dem 8.12.2011 ist das biomedizinische Verfahren der Präimplantationsdiagnostik (PID) durch einen neu eingefügten § 3a Embryonenschutzgesetz (ESchG) geregelt. Die Regelung war allerdings ein gesetzgeberischer «Schnellschuss» und ist daher in vielerlei Hinsicht mangelhaft. Der Autor stellt einen auf mehrjähriger Forschung basierenden alternativen Gesetzentwurf gegenüber, der diese Mängel behebt. Die PID ist ein Verfahren zum genetischen Screening von künstlich erzeugten Embryonen. Mit ihm soll verhindert werden, dass genetisch vorbelastete Eltern schwer erbkranke Kinder bekommen. Nur gesunde Embryonen werden der Mutter implantiert, kranke Embryonen verworfen. Dies ist rechtlich und ethisch brisant, da die verworfenen Embryonen nach beachteten Definitionen unterschiedlicher Disziplinen (Recht, Ethik, Theologie, Medizin etc.) als menschliches Leben qualifiziert werden können. Das Aussortieren erbkranken Lebens trägt daher euthanasische Züge, die nach Auffassung des Autors auch im neuen § 3a ESchG zum Ausdruck kommen. Betrachtet man weitere handwerkliche Mängel der Norm, ist eine gesetzgeberische Überarbeitung dringend geboten.

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AEUV: Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union AöR: Zeitschrift „Archiv des öffentlichen Rechts“ ASRM: Ethics Committee of the American Society for Reproductive Medicine (Ethikkommision der Amerikanischen Gesellschaft für Reproduktions- medizin) BÄK: Bundesärztekammer BÄK-RL: Diskussionsentwurf der Bundesärztekammer zu einer Richtlinie zur Präimplantationsdiagnostik vom März 2000 BGHSt: Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen BGHZ: Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Zivilsachen DEuFamR: Zeitschrift „Deutsches und Europäisches Familienrecht“ DGGG: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. DNA: Desoxyribonucleine Acid (Desoxyribonukleinsäure) DRiZ: Deutsche Richterzeitung EKD: Evangelische Kirche in Deutschland ERK: Enquêtekommission „Recht und Ethik der modernen Medizin“ ESchG: Gesetz zum Schutz von Embryonen vom 13. Dezember 1990 – Embryonenschutzgesetz ESHRE: European Society of HumanReproduction and Embryology (Europäi- sche Gesellschaft für menschliche Reproduktion und Embryologie) EthikMed: Zeitschrift „Ethik in der Medizin“ XXII EUV: Vertrag über die Europäische Union FamRZ: Zeitschrift für das Gesamte Familienrecht mit Betreuungsrecht Erbrecht Verfahrensrecht Öffentlichem Recht FISH: Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung FMedG-Ö: Österreichisches Fortpflanzungsmedizingesetz FS: Festschrift GA: Zeitschrift „Goltdammers Archiv für Strafrecht“ GenDG: Gesetz über genetische Untersuchungen bei Menschen vom 31. Juli 2009 – Gendiagnostikgesetz GKV: Gesetzliche Krankenversicherung GMG: Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung vom 14. November 2003 – GKV-Modernisierungsgesetz HFEA: Human Fertilisation and Embryology Authority (Behörde für menschli- che Befruchtung und Embryologie), Großbritannien HFE-Act: Human Fertilisation and Embryology Act (Gesetz zur menschlichen Befruchtung und Embryologie) von 1990, Großbritannien HLA: Humane Leukozyten-Antigene H. M.: Herrschende Meinung ICSI: Intracytoplasmatische Spermatozoeninjektion IVF: In-vitro-Fertilisation JR: Zeitschrift „Juristische...

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