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Napoleon III.

Macht und Kunst

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Heiner Wittmann

Nach zwei gescheiterten Umsturzversuchen gelingt es Louis-Napoléon 1848 legal die Macht zu erringen. Er wird der erste Staatspräsident Frankreichs. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 verliert er die Unterstützung vieler Künstler und Intellektueller. Als Kaiser macht er den Dialog zwischen Tradition und Moderne zu einer Strategie für eine tiefgreifende Modernisierung Frankreichs. Es ist aber die Kunst, die in jeder ihrer Ausdrucksformen und mit ihrer Überlegenheit über die Politik die Entwicklung des Zweiten Kaiserreichs maßgeblich beeinflusst. In dieser Studie werden der Beitrag und die Opposition von Künstlern, Literaten und Intellektuellen zum Zweiten Kaiserreich untersucht und vorgestellt.

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Künstlerkarrieren

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Schriftsteller, Künstler, Intellektuelle haben mit ihren Werken die Geschichte des Zweiten Kaiserreichs, seine Gründung, seine Entwicklung und sein jähes Ende genau verfolgt. Ihre Reaktionen und ihr Engagement lassen eine Kunst und eine Literatur entstehen, deren Einfluss die damaligen Politiker nicht immer gleich erkannten und die spätere Historiker unterschätzten. Künstler und Intel- lektuelle wie Prosper Mérimée arrangieren sich im Zweiten Kaiserreich mit dem Regime, andere entscheiden sich für eine mehr oder weniger aktive Opposition statt für eine innere Emigration. Sie stellen ihre ästhetischen Konzepte über die Politik, lassen sich von ihr nur wenig beeindrucken und beharren wie Gustave Courbet mit Nachdruck auf ihrem persönlichen Kunststil, ihren ästhetischen Auffassungen, um ihre Unabhängigkeit zu behaupten. Reagierten die Intellektu- ellen immer nur auf die von der Politik vorgegebenen Maßstäbe, hatten sie eige- ne Handlungsspielräume, die sie nutzen konnten, oder hing das Regime gar auch von ihnen ab? Haben viele den Beteuerungen des siegreichen Staatspräsidenten, die Institu- tionen schützen zu wollen, zunächst noch Glauben geschenkt, so schwindet mit dem Staatsstreich endgültig jede Hoffnung. Nur wenigen Künstlern gelingt es, eine eher ohnmächtige Opposition, die dem Regime kaum schadet, aber der Kunst nützt, im Innern auszuüben. Wieder andere lassen sich keinerlei politi- sches Interesse anmerken und konzentrieren sich auf ihre Werke, und es gelingt 353 Zur Kunstpolitik des Zweiten Kaiserreichs und zur Entwicklung des Kunstmarktes, vgl. P. Mainardi, P., Art and Politics of the...

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