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Hansegeschichte als Regionalgeschichte

Beiträge einer internationalen und interdisziplinären Winterschule in Greifswald vom 20. bis 24. Februar 2012

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Edited By Oliver Auge

Dieser Band versammelt die Beiträge einer interdisziplinären und internationalen Winterschule, die vom 20. bis 24. Februar 2012 im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald stattfand. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Geschichte, Archäologie, Kunstgeschichte, Sprachwissenschaft, Museologie und Didaktik äußern sich aus ihrer Sicht zum neuen Forschungsdesign, das Hansegeschichte regionalhistorisch begreifen und erforschen will. Außerdem stellen angehende Hanseforscherinnen und Hanseforscher ihre laufenden oder gerade abgeschlossenen Projekte vor. Der Band vermittelt so einen guten Eindruck, was Hanseforschung zurzeit ausmacht und wie künftige Perspektiven der Hanseforschung aussehen können.

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Aufstieg, Blüte, Niedergang – Entstehung, Krise, Übergang: Von der bürgerlichen zur postmodernen Hanseforschung?: Von Ulla Kypta

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Aufstieg, Blüte, Niedergang – Entstehung, Krise, Übergang: Von der bürgerlichen zur postmodernen Hanseforschung? Von Ulla Kypta Die Hanse hat weder Anfang noch Ende, dennoch gab es sie nicht immer. Stephan Selzer formuliert: „Die Hanse besaß kein festes Gründungsdatum; eine Gründungs- urkunde hat niemals existiert. Genauso wenig wie einen taggenauen Anfang gab es ein fest datierbares Ende der Hanse. Förmlich aufgelöst wurde sie niemals.“1 Beginn und Ende der Hanse lassen sich nicht nur zeitlich schwer festmachen, auch die Begründungen für ihr Erscheinen und Abtreten von der Bühne der Geschichte wurden von der Forschung in den letzten Jahrzehnten Schritt um Schritt kritisch überprüft und revidiert. Der Aufstieg der Hanse wurde zu einer Phase ihrer Ent- stehung entglorifiziert, ihr Niedergang zu einer Zeit des Übergangs entdramatisiert. Das teleologische Modell von Aufstieg, Blüte und Niedergang der Hanse sah sich immer stärkerer Kritik ausgesetzt, zu deutlich konstruierte es die Hanse als politische Einheit und projizierte das Ideal der eigenen Zeit – einen Bund freier und starker Bürger – in die Vergangenheit.2 Aber nicht nur die klassische Narration von Aufstieg, Blüte und Niedergang, sondern auch alle anderen Vorstellungen von historischem Wandel geben Aufschluss über zwei Annahmen des Forschers, der diese Geschichte erzählt: Erstens wird in solchen historischen Darstellungen verhandelt, was sich verändert; sie geben also Auskunft über die Entitäten, die der jeweilige Forscher gleichsam als Subjekte historischen Wandels ansieht. Zweitens geschehen die Veränderungen auf eine bestimmte Art und Weise, die...

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