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Rechtsextremistischer Straßendiskurs in Deutschland

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Lukasz Kumiega

Die Studie behandelt Rechtsextremismus in Deutschland aus diskursanalytischer Perspektive. Es werden Kategorisierungen des Rechtsextremismus in den staatlichen, wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen rekonstruiert und kritisch betrachtet. Auf dieser Basis wird anhand eines diskurskritischen Mehr-Ebenen-Modells der rechtsextremistische Straßendiskurs am Beispiel der Aktionsform Demonstration analysiert. Als empirische Grundlage werden die während der rechtsextremistischen Demonstrationen getragenen Bekleidungsstücke bestimmt, einer Feinanalyse unterzogen und letztlich als Spuren der umfassenderen Wandlungsprozesse der rechtsextremistischen Szene in Deutschland interpretiert.

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Einleitung

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Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den Rechtsextremismus in Deutschland am Beispiel der vom „Aktionsbüro Mittelrhein“ 2008 und 2009 veranstalteten De- monstrationen aus diskursanalytischer Perspektive zu analysieren. Den Ausgangspunkt bildet der in der Fachliteratur (vgl. z.B. Stöss 2007; Klär- ner/Kohlstruck 2006; Thein 2007; Schedler/Häusler 2011) identifizierte Wandel der rechtsextremistischen Szene in Deutschland. Dazu gehören u.a. folgende Pro- zesse: Intellektualisierung des rechtsextremistischen Milieus (die Entstehung der sog. „Neuen Rechten“), Internationalisierung und Globalisierung der rechtsextre- mistischen Szene, ideologisch-strategische Verschiebungen in die politische Mitte. Diese Entwicklungen manifestieren sich in solchen diskursiven Prozessen wie bei- spielsweise: Adaptationen der Diskurse der politischen Gegner (u.a. der Linksext- remisten) und Adaptationen der pop- und subkulturellen Diskurse. Die folgende Arbeit fragt vor diesem Hintergrund nach dem Wandel im Bereich des sog. rechts- extremistischen Straßendiskurses in Deutschland. Die Arbeit besteht aus zwei Teilen: einem theoretisch-methodologischen und einem empirischen. Im ersten Teil wird der theoretische Rahmen der Untersuchung entworfen und es werden die Definitionen des Rechtsextremismusbegriffs in den Diskursen der staatlichen, wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Institutio- nen eruiert. Im methodologischen Teil erfolgt eine Operationalisierung des Rechts- extremismusbegriffs entlang der Kategorien aus dem Bereich der Diskursforschung (Kommunikationsbereiche, Diskursebenen: vgl. Jung 2001 und Jäger 2004) sowie eine Bestimmung des Rechtsextremismus als Identitätsdiskurs. Die Typen rechts- extremistischer Bekleidung und der auf der Bekleidung abgebildeten Aufdrucke werden im empirischen Teil dieser Arbeit einer diskursanalytischen Auswertung unterzogen. Die gewonnen Ergebnisse werden abschließend als Explikationen der umfassenderen Entwicklungstendenzen und -prozesse des gesamten deutschen Rechtsextremismus interpretiert. Damit wird der...

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