Show Less

Rechtsextremistischer Straßendiskurs in Deutschland

Series:

Lukasz Kumiega

Die Studie behandelt Rechtsextremismus in Deutschland aus diskursanalytischer Perspektive. Es werden Kategorisierungen des Rechtsextremismus in den staatlichen, wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen rekonstruiert und kritisch betrachtet. Auf dieser Basis wird anhand eines diskurskritischen Mehr-Ebenen-Modells der rechtsextremistische Straßendiskurs am Beispiel der Aktionsform Demonstration analysiert. Als empirische Grundlage werden die während der rechtsextremistischen Demonstrationen getragenen Bekleidungsstücke bestimmt, einer Feinanalyse unterzogen und letztlich als Spuren der umfassenderen Wandlungsprozesse der rechtsextremistischen Szene in Deutschland interpretiert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

A. Theoretischer Rahmen

Extract

1. Diskursanalyse als Forschungsperspektive 1.1 Vorbemerkungen Der Diskursbegriff1 wird ohne Zweifel innerhalb der Wissenschaft sehr inflationär verwendet. Zu Recht spricht man innerhalb der breit gefassten Diskursforschung von der „Unordnung des Diskurses“ (vgl. z.B. Spitzmüller/Warnke 2011). In diesem Sin- ne muss jede empirische Studie, die sich auf den Diskursbegriff bezieht, diesen zu- erst kontextualisieren. Dabei, und hiermit wird dieses Überblickkapitel beginnen, ist auch darzulegen, welche Diskurskonzepte nicht berücksichtigt werden. Insbesondere soll hier die Linguistik untersucht werden, da sie als erste Diszip- lin den Diskursbegriff in die wissenschaftliche Debatte integriert hat. Innerhalb der Linguistik werden verschiedene Ansätze als „Diskursforschung“ (Graefen/Liedke 2008: 247-251) bezeichnet, die jedoch sehr wenig mit dem Diskurskonzept zu tun haben, das dieser Arbeit zugrunde gelegt wird. Der amerikanische Strukturalismus (vgl. Harris 1952) hat beispielsweise den Diskursbegriff als linguistische Kategorie eingeführt, um sich von der sog. „Bloomfields-These“ zu distanzieren, nach der ein Satz die größte linguistische Form ist. Im Grunde genommen ist der Diskursbegriff von Harris mit dem Textbe- griff gleichzusetzen und ist im Kontext dieser Studie irrelevant. Auch andere Ak- zentuierungen hat der Diskursbegriff in der Linguistik erfahren. So zählen Graefen und Liedke (2008) zu den „linguistischen Ansätzen der Diskursforschung“: • Garfinkels Conversation Analysis, die zwar als soziologisch gilt, jedoch nach der Auffassung der Autoren des Buches den innovativen Ausgangspunkt auch für die linguistische Diskursforschung darstellt, • die Konversationsanalyse (vgl. z.B. Dittmann 1979; Kallmeyer/Schütze 1976), • die Gesprächsforschung (Gesprächsanalyse), die den Ansatz der Conversati- on Analysis mit der deutschsprachigen Textlinguistik...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.