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Sportbeugung

Manipulationsverhalten von Schiedsrichtern im Fußballsport als strafbares Unrecht und die Bedeutung der allgemeinen Täuschung für das Strafrecht

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Zübeyde Duyar

Begründet die Spielmanipulation durch Schiedsrichter im Fußballsport ein Kriminalunrecht? Das Verhältnis der Beteiligten im Fußballsport wird in diesem Buch als Anerkennungs- bzw. Rechtsverhältnis verstanden, innerhalb dessen die Spielmanipulation durch Schiedsrichter als Unrecht qualifiziert werden muss. Diese These wird rechtsphilosophisch begründet. Ein umfassender Schutz des Sports und des darin manifestierten Individualrechts der Beteiligten auf neutrale Spielentscheidungen durch Schiedsrichter wird weder durch die vorhandenen strafrechtlichen noch durch die Sportverbände gewährleistet. Daher muss der Gesetzgeber das Verhalten des Spiele manipulierenden Schiedsrichters notfalls auch strafrechtlich ahnden und einen entsprechenden sportspezifischen Straftatbestand erlassen.

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1. Teil: Ansatzpunkte zur Ermittlung eines allgemeinen Täuschungsbegriffs

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Das geltende Strafgesetzbuch kennt zwar den Begriff der Täuschung, hat aber keinen Tatbestand, der Täuschung an sich kriminalisiert. Die Täuschung nimmt im Strafrecht eine bedeutende Rolle als Tatbestandshandlung oder zumindest als Begleitphänomen zahlreicher Straftatbestände ein. Zu nennen sind etwa die Straftatbestände der §§ 108a (Wählertäuschung), 109a (Wehrpflichtentziehung), 145d (Vortäuschen einer Straftat), in denen die Täuschung zwar ausdrücklich genannt ist, die aber keine Definition für diesen Begriff enthalten. In § 263 hin- gegen wird die Täuschungshandlung zwar nicht ausdrücklich genannt, aber wie folgt umschrieben: „…, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Ent- stellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unter- hält“. § 263 gilt als allgemeiner Täuschungstatbestand37. Entsprechend ist auch sein Täuschungsbegriff als der umfassendste von allen Täuschungsdelikten an- zusehen, da dieser viele verschiedene Täuschungsformen erfasst. Wie noch zu zeigen sein wird, liegt jedoch auch für den Täuschungsbegriff des § 263 keine einheitliche Definition vor. Die neueren Versuche in der Literatur38, den Begriff der Täuschung des Betrugstatbestandes einheitlich normativ zu interpretieren, zeigen, dass eine Strafrechtsdogmatik durch aktives Tun, konkludentes Tun und Unterlassen für eine weitergehende Differenzierung offensichtlich nicht mehr ausreichen. Daher stellt sich die Frage, ob der Täuschungsbegriff erweitert, er- gänzt oder neu begründet werden muss. In dieser Arbeit soll ein allgemeiner Täuschungsbegriff ermittelt werden, der als Basis für alle Straftaten herangezogen werden kann, also auch für solche, die außerhalb der eigentlichen...

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