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Werte und Bürgerschaftliches Engagement – Perspektiven für Familie und Religion

Eine vergleichende Studie zu familiären und religiösen Werten sozial engagierter Bürger in der Bundesrepublik Deutschland und Tschechien

Michaela Möllers

Die Globalisierung bietet Chancen, lässt aber zuweilen den Einzelnen und die Gesellschaft als Ganzes tief verunsichert zurück. Offensichtlich gibt es eine Diskrepanz zwischen innerem Werteverständnis und Alltagserleben, nicht zuletzt für die jungen Generationen. Werte müssen gelernt, gelebt und überliefert werden. Das freiwillige Engagement im sozialen Bereich könnte sich als ein solcher Träger von gelebten Werten erweisen. Die international angelegte Studie vergleicht zum ersten Mal ausführlich die Wertemuster von sozial engagierten Menschen mit denen der Durchschnittsbevölkerung. Die Autorin weist ein kulturübergreifendes Wertemuster nach und belegt empirisch, dass sich das Engagement im sozialen Bereich als ein Milieu auszeichnet, in dem echte Wertevermittlung und echter Werterhalt gefördert werden.

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1 Einleitung

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Der Prozess des Wertewandels hat die Fundamente der Religion und der Familie nachhaltig erschüttert. Galten diese früher als einzigartige Sinn- und Orientie- rung stiftende Institutionen, so wird in der späten Moderne ihr Sinngehalt für die individuell gewordene Lebensführung und die Gestaltung der individuellen Le- bensbiografie immer mehr geprüft. Der selbstbestimmte, moderne Mensch steht häufig ratlos, wenn nicht sogar kritisch, den überlieferten Formen des Zusam- menlebens wie auch der verbindlichen Sinngebung der Kirchen gegenüber. Und doch nehmen die Familie und die Religion wie kaum andere gesell- schaftliche Institutionen eine herausragende Stellung in der Vermittlung der Werte des Zusammenhalts und der Solidarität in der Gesellschaft ein. Die christ- lich-abendländischen Werte bilden die Grundlage des Zusammenlebens in Europa. Die Überlieferung des Gemeinsinnes, der Hilfsbereitschaft und des Mitgefühls ist unzertrennlich mit der Tradierung der christlichen Werte durch die christlichen Konfessionen verbunden. Aber die Beziehung der Menschen zu Religion hat in den letzten Jahrzehnten eine bedeutende Veränderung erfahren, welche durch die Zunahme an Distanz zu Religion und Kirche gekennzeichnet ist. So hat auch deren Mitgliederschwund, die zunehmende Privatisierung der Religion und die immer stärker werdende Tendenz zur Säkularisierung einen unmittelbaren Einfluss auf die Überlieferung der Werte der Solidarität in unserer Gesellschaft. Die Abkehr von der Religion nimmt im Zuge des Wertewandels insoweit zu, dass die Bezeichnung „Wertewandel“ in Bezug auf diese Entwick- lung wohl nicht mehr aussagekräftig genug ist. So schreibt Hillmann: „(...) die Abschwächung der religiösen Glaubens-...

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