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Werte und Bürgerschaftliches Engagement – Perspektiven für Familie und Religion

Eine vergleichende Studie zu familiären und religiösen Werten sozial engagierter Bürger in der Bundesrepublik Deutschland und Tschechien

Michaela Möllers

Die Globalisierung bietet Chancen, lässt aber zuweilen den Einzelnen und die Gesellschaft als Ganzes tief verunsichert zurück. Offensichtlich gibt es eine Diskrepanz zwischen innerem Werteverständnis und Alltagserleben, nicht zuletzt für die jungen Generationen. Werte müssen gelernt, gelebt und überliefert werden. Das freiwillige Engagement im sozialen Bereich könnte sich als ein solcher Träger von gelebten Werten erweisen. Die international angelegte Studie vergleicht zum ersten Mal ausführlich die Wertemuster von sozial engagierten Menschen mit denen der Durchschnittsbevölkerung. Die Autorin weist ein kulturübergreifendes Wertemuster nach und belegt empirisch, dass sich das Engagement im sozialen Bereich als ein Milieu auszeichnet, in dem echte Wertevermittlung und echter Werterhalt gefördert werden.

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2 Theoretische Grundlagen zum Thema Werthaltungen

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2.1 Der Wertebegriff – Definition und Funktion Ob es uns bewusst ist oder nicht, unser alltägliches Leben orientiert sich an Wer- ten und unser aller Erleben und Verhalten wird durch Werte sogar gelenkt und bestimmt. Auch in unserer Sprache sind Werte allgegenwärtig und mit kulturty- pischen Kolorierungen versehen. Bei dem Begriff „Wert“ kann es sich bei- spielsweise um ein wertvolles und besonders geschätztes Gut handeln, gleichzei- tig aber auch um eine Einstellung zu einem Objekt, welche eine Wertung mora- lischer oder sachlicher Art innehat. Bezieht man es auf den Menschen, kommen Werte einem innerlichen Maßstab gleich, welcher unsere Handlungen steuert und unsere Entscheidungen grundlegend beeinflusst.16 Dem Wertebegriff ist immer eines eigen, nämlich, dass es sich um etwas Wünschenswertes handelt, etwas, was uns als besonders erstrebenswert erscheint und uns dazu bringt, unse- re Handlung dementsprechend auszurichten, uns zu verbessern, oder unserem Leben und Verhalten einen Sinn zu verleihen. KLUCKHOHNs (1951) häufig zitierte Definition der Werte umreißt jene als „eine Vorstellung des Wünschbaren“ [„a conception (...) of the desirable”], wel- che wiederum eine handlungssteuernde Kraft besitzt, indem sie „(...) die Wahl verfügbarer Formen, Mittel und Ziele des Handelns beeinflusst.“17 „Die Ein- fluss- und Steuerkraft von Werten kann kaum überschätzt werden.“18 Im Sprachgebrauch, wie auch in der wissenschaftlichen Diskussion als Leit- linien, Orientierungen oder Zielvorstellungen gehandelt, haben sie Einfluss da- rauf, das Verhalten von Einzelpersonen, Personengruppen oder ganzen Gesell- schaften in einer grundlegenden Art und Weise zu bestimmen. Werte sind die entscheidenden Bestandteile...

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