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Werte und Bürgerschaftliches Engagement – Perspektiven für Familie und Religion

Eine vergleichende Studie zu familiären und religiösen Werten sozial engagierter Bürger in der Bundesrepublik Deutschland und Tschechien

Michaela Möllers

Die Globalisierung bietet Chancen, lässt aber zuweilen den Einzelnen und die Gesellschaft als Ganzes tief verunsichert zurück. Offensichtlich gibt es eine Diskrepanz zwischen innerem Werteverständnis und Alltagserleben, nicht zuletzt für die jungen Generationen. Werte müssen gelernt, gelebt und überliefert werden. Das freiwillige Engagement im sozialen Bereich könnte sich als ein solcher Träger von gelebten Werten erweisen. Die international angelegte Studie vergleicht zum ersten Mal ausführlich die Wertemuster von sozial engagierten Menschen mit denen der Durchschnittsbevölkerung. Die Autorin weist ein kulturübergreifendes Wertemuster nach und belegt empirisch, dass sich das Engagement im sozialen Bereich als ein Milieu auszeichnet, in dem echte Wertevermittlung und echter Werterhalt gefördert werden.

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4 Familiäre und religiöse Werte im Wandel

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Die dargestellten Theorien und Ansätze aus den vorangegangenen Kapiteln ge- ben in ihrer Mehrheit eine allgemeine Auffassung über die Richtung des in den letzten Jahrzehnten verlaufenden Wertewandels wieder. Die allgemeine Ver- schiebung der Werte von „kollektivistischen“ Pflicht- und Akzeptanzwerten hin zu „individualistischen“ Selbstentfaltungswerten206 verläuft nicht ohne eine Ein- wirkung auf die familiären und religiösen Werte der Menschen. Familie und Re- ligiosität sind, folgt man KAUFMANN, von dem Wandel der Werte sogar am stärksten betroffen, da ihre traditionellen Fundamente weitgehend erschüttert worden sind, mit der Folge einer wachsenden Pluralität der Verhaltensweisen.207 In Bezug auf die Familie betrifft der Wandel der Werte in einer besonderen Art vor allem die Vorstellungen über die Erziehung, über die Geschlechter- und Familienrollen sowie über die Stellung der Ehe und der Familie im Leben. Im Zuge des Individualisierungsprozesses, welcher mit einer Pluralisierung der Fa- milienformen einhergeht, nimmt die Verbindlichkeit der bisher unangefochtenen Institutionen der Ehe und Familie insoweit ab, dass von einer Deinstitutionali- sierung und Enttraditionalisierung der Familie gesprochen wird.208 In diesem Sinne sieht PEUCKERT in den Wertewandlungsprozessen eine spezifische Ein- flussnahme auf die Formen der Lebensführung. Die zunehmende Disponibilität der Werte und das Streben nach Selbstverwirklichung wirken sich negativ auf die Institutionen Familie und Ehe aus und bewirken die Abnahme der Bereit- schaft zur Eheschließung und Elternschaft. Sie verringern die Bindungskraft der Ehe, führen zu einer ansteigenden Scheidungshäufigkeit und somit schließlich L./Lenz, K. (Hrsg.): Familien: eine interdisziplinäre Einführung. München,...

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