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Werte und Bürgerschaftliches Engagement – Perspektiven für Familie und Religion

Eine vergleichende Studie zu familiären und religiösen Werten sozial engagierter Bürger in der Bundesrepublik Deutschland und Tschechien

Michaela Möllers

Die Globalisierung bietet Chancen, lässt aber zuweilen den Einzelnen und die Gesellschaft als Ganzes tief verunsichert zurück. Offensichtlich gibt es eine Diskrepanz zwischen innerem Werteverständnis und Alltagserleben, nicht zuletzt für die jungen Generationen. Werte müssen gelernt, gelebt und überliefert werden. Das freiwillige Engagement im sozialen Bereich könnte sich als ein solcher Träger von gelebten Werten erweisen. Die international angelegte Studie vergleicht zum ersten Mal ausführlich die Wertemuster von sozial engagierten Menschen mit denen der Durchschnittsbevölkerung. Die Autorin weist ein kulturübergreifendes Wertemuster nach und belegt empirisch, dass sich das Engagement im sozialen Bereich als ein Milieu auszeichnet, in dem echte Wertevermittlung und echter Werterhalt gefördert werden.

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9 Ergebnisse der empirischen Erhebung

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9.1 Die Werte von sozial Engagierten und Allgemeinbevölkerung im Vergleich 9.1.1 Hypothesen Individuelles Wertesystem der bürgerschaftlich Engagierten Das Bürgerschaftliche Engagement geht, wie MARTA & POZZI (2006) aufzei- gen, mit einer stärkeren Ausprägung der Werte der Prosozialität und der Selbst- überwindung einher. Auf eine Herausbildung der prosozialen Haltungen bei Ju- gendlichen in der freiwilligen Tätigkeit für benachteiligte Menschen weisen die Befunde von YOUNISS & YATES (1997), METZ, MCLELLAN & YOUNISS (2003) sowie REINDERS & YOUNISS (2005; 2006a; 2006b) hin. KLAGES & GENSICKE (2002), PICOT (2005) sowie GENSICKE & PI- COT (2005), sehen vor allem die Aufwertung der Selbstbestimmungswerte im Wertehaushalt der Engagierten als bestimmend und – für das Bürgerschaftliche Engagement – leitend. Die Befürwortung der Ordnungs- und Pflichtwerte zeigt sich in den innerdeutschen Untersuchungen dagegen als hinderlich für die Aus- übung einer Freiwilligentätigkeit. Auch SCHWARTZ (2008), dessen Erfassungsinstrument die Basis der Er- fassung der individuellen Werte in dieser Arbeit darstellt, beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen der Partizipation in gemeinnützigen Organisatio- nen und den individuellen Werten (vgl. Kapitel 5.3.1.2). In seiner Auswertung des European Values Survey korreliert der Universalismus am stärksten im posi- tiven Sinne mit der Partizipation in gemeinnützigen Organisationen, gefolgt vom Wertetyp der Selbstbestimmung und, in weiterer Abfolge, der Mildtätigkeit so- wie der Stimulation. Eine negative Einflussnahme auf die soziale Partizipation haben die Wertetypen, welche das Streben nach persönlichem Erfolg und nach Dominanz gegenüber Menschen und Ressourcen ausdrücken (Macht und Leis- tung). Noch hinderlicher als die...

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