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Werte und Bürgerschaftliches Engagement – Perspektiven für Familie und Religion

Eine vergleichende Studie zu familiären und religiösen Werten sozial engagierter Bürger in der Bundesrepublik Deutschland und Tschechien

Michaela Möllers

Die Globalisierung bietet Chancen, lässt aber zuweilen den Einzelnen und die Gesellschaft als Ganzes tief verunsichert zurück. Offensichtlich gibt es eine Diskrepanz zwischen innerem Werteverständnis und Alltagserleben, nicht zuletzt für die jungen Generationen. Werte müssen gelernt, gelebt und überliefert werden. Das freiwillige Engagement im sozialen Bereich könnte sich als ein solcher Träger von gelebten Werten erweisen. Die international angelegte Studie vergleicht zum ersten Mal ausführlich die Wertemuster von sozial engagierten Menschen mit denen der Durchschnittsbevölkerung. Die Autorin weist ein kulturübergreifendes Wertemuster nach und belegt empirisch, dass sich das Engagement im sozialen Bereich als ein Milieu auszeichnet, in dem echte Wertevermittlung und echter Werterhalt gefördert werden.

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11 Schlussbetrachtung

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Kurz vor der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde uns der Tiefpunkt der Moderne aufgezeigt. Der Gesellschaftsentwurf einer Umkehrung aller christlich- abendländischen Werte war auf dem Sprung sich durchzusetzen und mit Gewalt alles in seinen Abgrund zu reißen, was sich ihm in den Weg stellte. Es bedurfte aller Anstrengungen der zivilisierten Welt, damit diese Negation aller Werte nicht unser heutiges Leben bestimmt. Dieser Sieg war teuer erkauft worden. Wenn es etwas gibt, was uns die Opfer lehren bzw. diese Epoche gelehrt hat, dann das, dass es unbedingt nötig ist, zu jeder Zeit für seine Werte einzustehen. Folgt man den Werteverfall-Theoretikern, sind unsere Werte heutzutage wo- möglich wieder in Gefahr, und zwar in der Gefahr des Vergessenwerdens, gera- de weil sie nicht mehr gelebt werden. Die westliche Gesellschaft steht vor enormen Herausforderungen – heute wie morgen – und es gibt Entwicklungen, die ein „Mehr“ an christlich-abendländischen Werten benötigen, um diese be- wältigen zu können. In Deutschland werden uns langfristig die Begleiterschei- nungen des demografischen Wandels beschäftigen. Die Finanzierung unserer Sozialsysteme scheint nicht gesichert, gerade wenn sich das Verhältnis von jun- gen Leistungserbringern zu älteren Leistungsempfängern weiter verschiebt. Die Lasten des „Mehr“ an Älteren müssen von immer weniger „Jungen“ geschultert werden. Diese wiederum wachsen in einem Wertemilieu auf, in welchem Soli- darität und Nächstenliebe eher selten zu den Leitprinzipien gehören. Man kann also bereits absehen, dass sich hier ein Generationenkonflikt anbahnt, und dies nicht nur auf der materiellen Ebene,...

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