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Fiktionen und Realitäten

Schriftstellerinnen im deutschsprachigen Literaturbetrieb

Series:

Brigitte Jirku and Marion Schulz

Speziell für Frauen haben sich die Lebens-, Arbeits- und Rahmenbedingungen im Literaturbetrieb in den letzten 60 Jahren stark verändert und der Buchmarkt ist mehr denn je von rasanten Entwicklungen bestimmt. Die Beiträge dieses Bandes untersuchen u.a. den Einfluss dieser Veränderungen auf Wertschätzung und Bewertung literarischer Arbeit von Frauen im Literaturbetrieb, die Auswirkungen von Geschlechterstereotypen in literaturkritischer Wahrnehmung und die Selbstinszenierung und die Partizipation von Schriftstellerinnen an der Vermarktung ihres Werkes. Der Sammelband bietet vom historischen Rückblick über Gegenwartsanalyse Daten zur ökonomischen Situation und Neueinschätzungen zur literarischen Rezeption von Schriftstellerinnen.

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Die Bachmann, die Aichinger, die Mayröcker: Zur Konstruktion von Autorinnen-Images in journalistischen Medien

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100 Sabine Buck knielangen Röcken und hochhackigen Schuhen zeigt, legt die Vorschau den inhaltlichen Schwerpunkt des Romans darauf, dass es sich um einen Fami- lienroman handelt� Genauer: die Geschichte weiblicher Familienbeziehun- gen, das Verhältnis dreier Großtanten�45 Wie bewusst ‚Weiblichkeit‘, vor allem gekoppelt an äußere Merkmale wie Kleidung, Farbigkeit oder Motivik im Verlagsmarketing eingesetzt wird, erkennt man nicht zuletzt daran, dass diese Formen der Vermarktung in ironi- schen oder metareflexiven Anzeigen46 selbst wieder thematisiert werden� So wird zum Beispiel die Autorin Sibylle Berg in der Ankündigung ihres neuen Romans Vielen Dank für das Leben47 scheinbar bewusst männlich inszeniert� Ein Portrait zeigt sie breitbeinig, mit kühlem Blick, Hosenanzug und Stahl- kappen-Schnürstiefeln�48 Und bereits das Pseudonym der jungen Autorin Funny van Money, deren romanhafte Biographie sich ironisch auf das Pseud- onym reimt: This is Niedersachsen und nicht Las Vegas, Honey49 scheint ge- schlechtsspezifische Muster zu ironisieren. Das Cover des Buches über ihre Erfahrungen beim Tabledance, das 2012 bei Hanser Berlin heraus kam, zeigt gerade nicht die Autorin, sondern einen lila changierenden gezeichneten Pla- teauschuh� Die Vorschaudoppelseite wird dominiert von einem Portrait einer jungen Frau, die in Burlesque-Montur statt an einer Tanzstange an einer ab- geknickten Gummipalme hängt�50 Insgesamt wäre der ironische wie auch der nicht-ironische Verweis auf konventionell als weiblich angesehene Attribute im Verlagsmarketing ein spannendes Forschungsfeld breit angelegter empi- rischer Studien� 45 Vgl� ebd� 46 Ironie z�B� in Form von Verfremdungen von Stilmitteln oder Redewendungen ist ein...

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