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Innenentwicklung – Fach- und Rechtsfragen der Umsetzung

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Edited By Stephan Mitschang

Innenentwicklung sowie Klimaschutz und Klimaanpassung sind die wichtigsten Themenstellungen für die Stadt- und Regionalplanung in den nächsten Jahrzehnten. Mit den Novellierungen des Baugesetzbuches in den Jahren 2011 und 2013 wurde diesen Aufgaben Rechnung getragen. Die Planungspraxis steht nun vor vielfältigen Fragestellungen, unter anderem in Bezug auf die Bewertung von Planungs- und Durchsetzungsinstrumenten, die Bedeutung von Sanierungs- und Stadtumbaumaßnahmen, die Anforderungen an informelle Planungskonzepte, den Umgang mit Lärmschutz und den Flächenverbrauch. Diese Fragen wurden im Rahmen der wissenschaftlichen Fachtagung Innenentwicklung – Fach- und Rechtsfragen der Umsetzung vorgestellt und diskutiert. Der Tagungsband dient der Planungspraxis als Handreichung für die Bewältigung einer am Leitbild der Innenentwicklung ausgerichteten nachhaltigen Stadtentwicklung.

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Nachverdichtung und Wiedernutzung von Brachflächen Berichte und Konzeptionen aus der Planungspraxis: Leipzig: Martin zur Nedden

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126 Sind dafür die Instrumente des städtebaulichen Entwicklungsrechts – etwa wegen der „Abschöpfung“ – zu weitreichend und die Sanie- rungsmaßnahme (u. a. wegen des besonderen Bodenrechts, wie z. B. den Ausgleichbetrag) zu aufwendig? Wegen der erheblichen Veränderungen der Städte bedarf es dabei Regelungen entsprechend dem Besonderen Städtebaurecht, um die Aufgaben der Gemeinden zu bündeln, treffsichere Instrumente (wie §§ 144 BauGB) nutzen zu können und zugleich die Beteiligung der Öffentlichkeit sowohl zu gewährleisten als auch aktiv zu unterstützen. 127 Nachverdichtung und Wiedernutzung von Brachflächen Berichte und Konzeptionen aus der Planungspraxis: Leipzig Martin zur Nedden Um die nachfolgenden Ausführungen zu verstehen ist es erforderlich, zunächst einen kurzen Blick in die Geschichte der Leipziger Stadtentwicklung zu werfen. Aufgrund insbesondere der Messe und der sich dadurch ergebenden weltweiten Handelsbeziehungen aber auch u. a. der Funktion als Zentrum des deutschen Ver- lagswesens war Leipzig früh eine Stadt von erheblicher Bedeutung und unter dama- ligem Blickwinkel globaler Vernetzung. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt aber auch ein bedeutender Industriestandort. So „explodierte“ die Bevölke- rungszahl in der „Gründerzeit“ zwischen ca. 1850 und 1910 und erreichte um 1930 mit ca. 730.000 Einwohnern ihren Höchststand. Leipzig galt vor dem ersten Welt- krieg darüber hinaus als eine der reichsten Städte des Deutschen Kaiserreichs. Ab ca. 1933 folgte eine erste Phase des Rückgangs der Bevölkerung, wesentlich verursacht durch die Vertreibung und später Ermordung der Mitglieder der jüdi- schen...

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