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Innenentwicklung – Fach- und Rechtsfragen der Umsetzung

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Stephan Mitschang

Innenentwicklung sowie Klimaschutz und Klimaanpassung sind die wichtigsten Themenstellungen für die Stadt- und Regionalplanung in den nächsten Jahrzehnten. Mit den Novellierungen des Baugesetzbuches in den Jahren 2011 und 2013 wurde diesen Aufgaben Rechnung getragen. Die Planungspraxis steht nun vor vielfältigen Fragestellungen, unter anderem in Bezug auf die Bewertung von Planungs- und Durchsetzungsinstrumenten, die Bedeutung von Sanierungs- und Stadtumbaumaßnahmen, die Anforderungen an informelle Planungskonzepte, den Umgang mit Lärmschutz und den Flächenverbrauch. Diese Fragen wurden im Rahmen der wissenschaftlichen Fachtagung Innenentwicklung – Fach- und Rechtsfragen der Umsetzung vorgestellt und diskutiert. Der Tagungsband dient der Planungspraxis als Handreichung für die Bewältigung einer am Leitbild der Innenentwicklung ausgerichteten nachhaltigen Stadtentwicklung.

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Nachverdichtung und Wiedernutzung von Brachflächen Berichte und Konzeptionen aus der Planungspraxis: Ulm: Alexander Wetzig

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149 Nachverdichtung und Wiedernutzung von Brachflächen Berichte und Konzeptionen aus der Planungspraxis: Ulm Alexander Wetzig I. Drei Phasen der Ulmer Innenstadtentwicklung Ulm nach 1945: Wiederaufbau und „Autogerechte Stadt“ Wie die meisten deutschen Großstädte wurde Ulm durch die Bombardements im Zweiten Weltkrieg vor allem in der Innenstadt ganz erheblich zerstört. Über 80 % der über Jahrhunderte gewachsenen altdeutschen Bürger- und ehemals freien Reichsstadt lagen in Trümmern. Und wie in vielen anderen deutschen Städten sah man beim Neuanfang nach 1945 in der Zerstörung auch eine Chance – nämlich die alte Enge und Kleinteiligkeit von Stadtgrundriss und Stadtkörper den Bedürfnissen und Funktionen der neuen Zeit anzupassen, insbesondere denen des Verkehrs. Und so geriet der Wiederaufbau der kriegszerstörten Altstadt zu ihrer „zweiten Zerstörung“: mit der Aufweitung der Straßenräume, der Aufgabe der fein abge- stimmten Parzellenstruktur der Ulmer Bürgerhauskultur in den neuen Grund- stücksumlegungen, all den Begradigungen und „Bereinigungen“ der historischen Unregelmäßigkeiten des alten Stadtkörpers, die den großen Reichtum des Stadtbil- des der Vorkriegszeit ausmachten, schließlich mit der weiträumigen Planierung der bombardierten Stadtquartiere, in denen sich noch so viele wertvolle Fassaden und Bauteile der alten Stadt erhalten hatten. Die Stadt der Moderne im Gegenentwurf zur tradierten Europäischen Stadt war immer wieder durchscheinendes und nicht immer reflektiertes Leitbild, das im Wiederaufbau auf das Trümmerfeld Ulms pro- jiziert wurde. Die Strategie war leider erfolgreich. Nach rund zweieinhalb Jahrzehnten war der sogenannte Wiederaufbau abgeschlos- sen....

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