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Die Entdeckung des Blutkreislaufs

Historische Entwicklung der Erkenntnisse über den Blutkreislauf- Auswirkungen auf das heutige Verständnis von Herzkreislaufkrankheiten

Konrad Wink

Die Entdeckung des Blutkreislaufs war ein langwieriger Prozess. Er reicht von der Antike bis in die Neuzeit. In der Antike kannte man keinen Kreislauf, sondern glaubte, dass das Herz eine Wärmepumpe ist, von der eine Beseelung ausgeht (Spiritus vitalis und animalis). Im Mittelalter wurde der Lungen- oder kleine Kreislauf zum Abrauchen der Fuligines über die Lunge entdeckt. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts erfolgte die Entdeckung des großen Kreislaufs und in der zweiten Hälfte die Entdeckung des Blutübertritts von den Arterien zu den Venen. In den folgenden Jahrhunderten erkannte man die Bedeutung des Blutkreislaufs für die Ernährung der Organe, die differenzierte Funktion des arteriellen Gefäßsystems und die Möglichkeit, Krankheiten des Herzens und im gesamten Organismus zu erkennen und zu behandeln. Die Entwicklung der Erkenntnisse über die Entdeckung des Blutkreislaufs wurde insbesondere anhand von Originaltexten der entscheidenden Persönlichkeiten dargestellt (z.B. William Harvey).

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1. Einführung

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Vielleicht die älteste Darstellung des Herzens stammt aus der Zeit um 30 000 v. Chr. auf einer paläolithischen Felszeichnung eines Mammuts in den Pindal- Höhlen von Asturien/Spanien (Abb. 1). Abb. 1: Paläolithische Felszeichnung eines Mammuts mit herzförmiger Markierung (Pindal-Höhlen, Asturien/Spanien) (aus: Pierre Vinken: The shape of the Heart, Elsevier Science, Amsterdam, 1999) 14 Die Höhle wurde durch den französischen Abbé Henri Breuil entdeckt. Er machte vor Ort eine Zeichnung des Mammuts, ging aber davon aus, dass die Markierung am Oberkörper des Tieres nicht das Herz sondern das Ohr darstelle. Er beschrieb die Stelle als große, mehr oder weniger herzförmige Markierung in der Mitte des Körpers, die den Ohrlappen darstellt. Ihm wurde später durch Jäger suggeriert, dass die Markierung das Herz be- zeichne, weil auf einem Gemälde eines Elefanten in einer Höhle Südfrankreichs in der späteren Zeit drei Pfeile oberhalb der linken Schulter die Stelle bezeichnen, wo das Tier getroffen werden muß, damit es am leichtesten zusammenbricht. Breuil widersprach nicht, nahm jedoch nie an, dass die Maler das Herz dargestellt haben. Auf dem Originalfoto (Abb. 2) ist die Stelle auch nur angedeutet auszumachen, so dass mehrere Deutungen möglich werden. Abb. 2: Originalfotographie einer paläolithischen Felszeichnung eines Mammuts (Pindal- Höhlen, Asturien/Spanien) (aus: Pierre Vinken: The shape of the Heart, Elsevier Science, Amsterdam, 1999) 15 Viele Jahre später gab Breuil zu, dass er die Zeichnung des Tieres nur unter schwierigen Bedingungen in...

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