Show Less

Rudolf Alexander Schröder (1878-1962)

Series:

Edited By Hans-Albrecht Koch

Der Band behandelt Leben, Werk und Wirken des aus Bremen stammenden Dichters, Schriftstellers, Übersetzers, Architekten und Kirchenmannes Rudolf Alexander Schröder. Die Beiträge gelten u.a. seinem großen übersetzerischen Werk, das von den homerischen Epen über Vergils Aeneis und die horazischen Oden bis zu Shakespeare, Molière und T.S. Eliot reicht. Der Dichter weltlicher und geistlicher Lyrik und Autor eines umfassenden essayistischen Werks, der eng mit Hugo von Hofmannsthal, Rudolf Borchardt, Peter Suhrkamp, Theodor Heuss und im Alter auch mit Hermann Hesse befreundet war, gehörte der Bekennenden Kirche an und war Laienprediger der Evangelisch-Lutherischen Kirche Bayerns. Schröder, der bei der Gründungsversammlung der Gruppe 47 eine kritisch aufgenommene Rede hielt, thematisierte nach dem Zweiten Weltkrieg als einer der ersten Schriftsteller auch die Frage nach der Schuld der Deutschen in der NS-Zeit.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Rudolf Borchardts und Rudolf Alexander Schröders Horaz-Übertragungen (Cornelius Borchardt)

Extract

Rudolf Borchardts und Rudolf Alexander Schröders Horaz-Übertragungen Cornelius Borchardt Ich möchte ein Gedicht von Rudolf Alexander Schröder lesen. Es ist seine Über- tragung von Horazens berühmter Ode an die Unvergänglichkeit und den fort- lebenden Ruhm seiner Lieder. Schröder hat den Horaz in seiner Gesamtheit übertragen, also die Oden, die Epoden, die Episteln und die Satiren, natürlich immer im entsprechenden anti- ken Versmaß. Dies antike Versmaß und die antike Metrik sind von komplexester Natur. Sie verraten eine Welt ursprünglichen rhythmisch-klanglichen Aus- druckswillens. In Rom übernahm man die Poesie der Griechen mit begeisterter Hingabe. Wahrscheinlich kannte man alle ihre Dichter und ihre bekanntesten Gesänge auswendig. Die antike griechische und römische Poesie bestand nur zu einem Teil aus ihrem ‚gesprochenen‘ Inhalt. Der andere Teil war die klangliche Ausformung, bei der das Versmaß von entscheidender Bedeutung war. Das muß man wissen, wenn man Übertragungen aus diesen Dichtungen lesen und beurteilen will. Sol- che Übertragungen können ‚nur‘ den Text, d.h. den sprachlichen Inhalt wieder- geben. Andererseits ist für unsere Empfindung die antike Liedstruktur klanglich kaum nachvollziehbar. Zudem ist die heutige europäische Dichtung weitgehend auf den Reim fixiert, der eine von der antiken Form grundverschiedene Klang- funktion übernommen hat. Im Gegenzug hat sich das klangliche Element der europäischen Dichtung verselbständigt und ist ‚Musik‘ geworden. Die ‚nur ge- sprochene‘ oder ‚gelesene‘, ‚klanglose‘ Dichtung hingegen hat sich noch stärker auf die innere Bewegung, auf Spannungsaufbau und Spannungsabbau, auf den Grad der...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.