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Gagarin als Archivkörper und Erinnerungsfigur

Edited By Matthias Schwartz, Kevin Anding and Holt Meyer

Als erster Mensch im Weltraum umkreiste der sowjetische Luftwaffenoffizier Jurij Gagarin am 12. April 1961 in seinem Raumschiff Vostok die Erde. Mehr als 50 Jahre nach dem Ereignis und lange nach Ende des Kalten Kriegs genießt Gagarin weiterhin Aktualität. Der Körper des Kosmonauten lebt als eine grenzüberschreitende Erinnerungsfigur nahezu ungebrochen fort. Das Archiv seiner medialen Repräsentationen als Gast aus der Zukunft und Zeuge einer besseren Welt, als ewig lächelndes Kindheitsidol und zu früh verstorbener Himmelssohn, als russischer Recke und christlicher Heiliger ist genauso unerschöpflich wie ungeordnet. Die Aufsätze und Gespräche in diesem Buch wollen die seit über einem halben Jahrhundert automatisierten Wahrnehmungsmuster und Erzählverfahren über Gagarin als Archivkörper und Erinnerungsfigur kritisch reflektieren und damit einen Beitrag dazu leisten, das Reden und Denken über Gagarin wieder für kulturwissenschaftliche Debatten und künstlerische Interventionen zu Erinnerungskulturen und Gedächtnismedien, Archäologien des Archivs und Epistemologien des Erinnerns zu öffnen.

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KEVIN ANDING (Dr. phil.) ist wissenschaftlicher Referent am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz; Forschungsschwerpunkte: strukturalistische Theorie und Psychoanalyse, Diskursivierungsstrategien in der Kosmonautenlite- ratur, Fantastik in der russischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, Litera- turtheorie und Fantastik; Veröffentlichungen: Agent des Fortschritts - Wissens- und Diskursstrukturen am Beispiel Jurij Gagarins (Slavistische Beiträge, Bd. 487), München 2012; Übersetzungs- und Übertragungsstrategien im Diskurs des ersten Kosmonauten Jurij Gagarin, in: Interjuli. Internationale Kinder- und Ju- gendliteraturforschung Nr. 1 (2011), S. 34-48. Kontakt: k.anding@gmx.net, www.poechali.de JULIA FERTIG ist Stipendiatin des Internationalen Graduiertenkollegs InterArt an der Freien Universität Berlin und arbeitet an einem Promotionsprojekt zur Ar- chivästhetik und -pragmatik des Moskauer Konzeptualismus; Forschungs- schwerpunkte: zeitgenössische Kunst und Literatur in Russland, Moskauer Kon- zeptualismus, Archivtheorien, Archivpraktiken in der Kunst (Selbst- und Fremdarchivierung, Performativität des Archivs), Genderfragen, Aktionskunst, Public Art; Veröffentlichungen: „Die Macht des Killerarchivs. Archiv und Macht im späten Moskauer Konzeptualismus“, in: Georg Gierzinger u.a. (Hg.): Spielformen der Macht. Interdisziplinäre Perspektiven auf Macht im Rahmen junger slawistischer Forschung, Innsbruck 2011; Die Archivfalle, in: kunsttex- te.de 1 (2011), www.kunsttexte.de; Das Archiv ist die Kunst. Verfahren der tex- tuellen Selbstreproduktion im Moskauer Konzeptualismus, Bremen 2006. Kontakt: jfertig@fu-berlin.de, www.juliafertig.de 240 Autorinnen und Autoren SUSANNE GREINKE ist Kuratorin und arbeitet an der Hochschule für bildende Künste Dresden als Kuratorin und Referentin für Ausstellungswesen. In Ausstel- lungen wie Texten setzt sie sich mit Fragen der Entstehung und der Materialität von Kunst auseinander. Weitere...

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