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Die «Gläserne Decke»: Fakt oder Fiktion?

Eine literarische Spurensuche in deutschsprachigen Werken von Autorinnen

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Edited By Dolors Sabaté Planes and Marion Schulz

Die Metapher Gläserne Decke steht für Hindernisse, mit denen Frauen konfrontiert sind, wenn sie in ökonomischen wie alltäglichen Bereichen in klassische Männerdomänen einzudringen suchen, etwa Anspruch auf Führungspositionen erheben. Vor rund dreißig Jahren fassten Soziologen in den USA dieses Phänomen im wirtschaftlichen Bereich als glass ceiling. Die in diesem Band zusammengestellten Analysen literarischer Texte zeigen, wie das Phänomen der Gläsernen Decke das Alltagsleben von Frauen vom 18. bis ins 21. Jahrhundert auf differenzierte, häufig unterschwellige und erschreckend selbstverständliche Weise bestimmt. Gleichzeitig schaffen sich die untersuchten Autorinnen mit ihren autobiografischen Texten, Romanen, lyrischen und dramatischen Werken Freiräume und brechen tradierte Grenzen auf.

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Miriam Palma Ceballos: Frauen hinter einem Sprachgitter? Frauen, Sprache und Macht im literarischen Diskurs. "Das Bad" von Yoko Tawada

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Frauen hinter einem Sprachgitter? Frauen, Sprache und Macht im literarischen Diskurs Das Bad von Yoko Tawada Miriam Palma Ceballos In der westlichen Welt hat sich die Lage der Frauen, ihre Integration in der öf- fentlichen Sphäre betreffend, ohne Zweifel grundlegend gewandelt. Aktuelle Daten zeigen, dass zum Beispiel in der Bundesrepublik der Anteil der Frauen unter den Arbeitskräften mehr als 40 Prozent beträgt und die Aussichten für die nähere Zukunft optimistisch stimmen.1 Trotz dieser von den Frauen er- reichten sozialen Errungenschaften und politischen Maßnahmen bleibt ihnen der Aufstieg in die obersten Positionen der wirtschaftlichen, wissenschaftli- chen und politischen Bereiche sowie der Verwaltung immer noch verwehrt. Die Aufstiegschancen sind natürlich noch eingeschränkter, wenn es sich um Frauen handelt, die ethnischen Minderheiten angehören. Soziologen haben dafür schon in den 1970er Jahren einen Begriff geprägt: die Metapher der Gläsernen Decke. Damit sind alle subtil(en) diskriminierenden Mechanismen gemeint, die Frauen den Zugang zu Machtpositionen bzw. solchen mit größe- rer Verantwortung verwehren, indem sie eine durchsichtige, aber letztendlich undurchdringbare und sehr wirksame Barriere schaffen. Es gibt zahlreiche Untersuchungen aus verschiedenen theoretischen Perspektiven, die sich mit dem Thema beschäftigen und Erklärungsansätze suchen, warum für die Frauen in unseren Ländern die Gläserne Decke immer noch derart undurchdringbar ist.2 Keine dieser Studien ist jedoch zu eindeu- tigen Ergebnissen gekommen. Angesichts der Ergebnisse kann man eher da- von ausgehen, dass mehrere Mechanismen im Spiel sind. So kann man zum Beispiel...

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