Show Less

Die Investmentaktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital

Series:

Henny Müchler

Die Geschichte der Investmentaktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital ist im deutschen Recht noch jung. Gesellschaften dieses besonderen Typs der Aktiengesellschaft können erst seit 2004 gegründet werden. Der Gesetzgeber stand dieser Rechtsform lange Zeit ablehnend gegenüber, da ihre Einführung eine Abkehr von der strengen, auf dem System des festen Grundkapitals beruhenden Dogmatik des Aktienrechts erfordert. Diese Arbeit soll einen Beitrag zur Schärfung der Konturen der Investmentaktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital leisten. Untersucht werden neben den aktienrechtlichen Besonderheiten der Investmentaktiengesellschaft auch die investmentrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten. Der Arbeit liegt das Investmentgesetz in der Fassung des OGAW-IV-Umsetzungsgesetzes zugrunde. Auf die Neuerungen des Diskussionsentwurfs des AIFM-Umsetzungsgesetzes wird im Rahmen eines Ausblicks eingegangen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

1. Teil: Die Grundlagen der InvAG

Extract

§ 2 Allgemeine Grundlagen des Investmentgeschäfts A. Die Grundidee des Investmentgeschäfts Die Grundidee des Investmentgeschäfts ist einfach14: Eine Vielzahl von Anle- gern überlässt ihre Anlagegelder einem professionellen Vermögensverwalter zur gemeinsamen Anlage und Verwaltung. Der Vermögensverwalter legt die Gelder in Vermögenswerten unterschiedlicher Art an. Aus diesen Prinzipien, die schlagwortartig mit den Begriffen der Kollektivanlage, Fremdverwaltung und Risikodiversifizierung beschrieben werden können15, ergeben sich für den Anle- ger folgende Vorteile gegenüber der Direktanlage: Grundprinzip und wesentlicher Vorteil des Erwerbs von Investmentanteilen ist die risikodiversifizierte Vermögensanlage. Unter dem Prinzip der Risikomi- schung ist der Versuch zu verstehen, durch die Anlage des Vermögens in mehre- re Vermögenstitel das Anlagerisiko, d.h. die Variationsbreite zwischen den er- warteten und tatsächlichen Einkünften der Anlage, zu minimieren16. Dem Klein- anleger kommt es typischerweise in erster Linie auf die Sicherheit und Wertbe- ständigkeit seiner Anlage an17. Da die Risikodiversifizierung die Sicherheit des Portfolios verbessert, ist sie ein wesentlicher Aspekt der Investmentanlage. Der durchschnittliche Anleger verfügt aber weder über die Zeit noch über die Mittel oder die notwendige Sachkunde, um ein seinen Renditeerwartungen entspre- chendes Portfolio aufzubauen und zu verwalten18. Er beauftragt deshalb einen professionellen Vermögensverwalter, der über das zur Analyse der Finanzmärk- te notwendige Expertenwissen verfügt und Vermögenswerte für das Portfolio nach einem zuvor definierten Anlageziel kauft und verkauft. Der Anleger zahlt für die Dienste des Vermögensverwalters Verwaltungsgebühren, die dem In- vestmentvermögen entnommen werden. F...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.