Show Less

Gesundheit & Sprache / Health & Language

Series:

Marietta Calderón Tichy, Reinhard Heuberger and Emil Chamson

Die Beiträge dieses Buches untersuchen die sprachliche Repräsentation von Gesundheit in aktuellen und historischen Ausprägungen. Die Beitragenden wenden zur linguistischen Analyse unterschiedliche Methoden und Zugänge an, wobei die Schwerpunkte auf Interaktionsforschung, Diskursanalyse und Lexikologie liegen. Das untersuchte Datenmaterial stammt aus verschiedenen romanischen und germanischen Sprachen sowie aus dem Altgriechischen.

The contributions of this book focus on the linguistic representation of health in current and historical contexts. Various methods and approaches are applied, with a particular emphasis on conversation analysis, discourse analysis and lexicology. Research data is taken from various Romance and Germanic languages and from Old Greek.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

I. Interaktionsanalyse

Extract

Alexandra Groß Und die Erys? – Interaktive Konstruktion von Patientenexpertise in der HIV- Sprechstunde während der Mitteilung der Blutwerte: ein Fallbeispiel 1. Einleitung – Arzt/Patient- Kommunikation als Experten/ Laien- Kommunikation Das Gespräch zwischen Ärzt/innen und Patient/innen1 wird als eine typische Form der Experten/Laien- Kommunikation angesehen: Der/Die Patient/in sucht das Gespräch mit dem Arzt/der Ärztin, um Rat einzuholen und professionelle Kompetenzen zum Zweck der Diagnosestellung und Behandlung zu nutzen. Als konstitutive Eigenschaften dieser institutionellen Gesprächssituation wird das Vorkommen divergierender Wissensbestände der Beteiligten angesehen, die im Gespräch i. d. R. zweckgebunden zur Herstellung von Intersubjektivität bezüg- lich der Beschwerdeninterpretation und therapeutischer Möglichkeiten relevant gesetzt werden, sowie interaktiv zu erfüllende institutionelle Gesprächsaufgaben, in denen die Gesprächspartner/innenmeist komplementäre Beteiligungsrollen einnehmen (vgl. Gülich 1999, Brünner 2005). Diese Charakteristika wurden unter den Stichworten Asymmetrie und Zielgerichtetheit gefasst (vgl. Drew/Heritage 1992). Auch wenn Wissenstransfer in der Arzt/Patient- Interaktion auf den ersten Blick recht einseitig anzumuten scheint, ist zu beachten, dass fachmedizinisches Wissen zwar i. d. R. von Seiten der Ärzt/innen im Gespräch relevant gesetzt wird, dass aber auch Patient/innen Wissensbestände in die Interaktion einbringen, die im Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin von höchster Wichtigkeit sind, z. B. das biographische Wissen darüber, wann Schmerzen das erste Mal aufgetreten sind. Der Wissenstransfer verläuft so in beide Richtungen: Patient/innen machen Ärzt/innen ihr Körper- und Erfahrungswissen zugänglich, so dass die Mediziner/ innen dieses mittels ihres professionell- medizinischen Wissens...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.