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Religion und Sprache- Religion and Language

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Marietta Calderón Tichy and Georg Marko

Die Beiträge dieses Buches untersuchen verschiedene Fragestellungen zu religiösen Bezügen in nicht-religiöser Sprache, etwa in Redewendungen, Ortsnamen, Ökonomie-Diskursen oder politischer Rhetorik, und zu nicht-(nur-)religiösen Konstruktionen in religiöser Sprache, etwa in Gebeten und anderen sakralen Texten, Ritualen oder religiösen Traktaten. Dabei werden unterschiedliche linguistische Methoden angewandt, von der Diskursanalyse bis zur Onomastik, von der Soziolinguistik bis zur Metaphernanalyse. In vielen Aufsätzen wird interdisziplinär gearbeitet, etwa mit Input aus Bereichen wie der Literaturwissenschaft oder der Geschichtsforschung. Die untersuchten Daten stammen aus verschiedenen Sprachen, darunter Aramäisch, Bosnisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Italienisch, Katalanisch, Kroatisch, Latein, Portugiesisch, Sefardisch und Spanisch.

The contributions to this book explore various questions concerning religious aspects and references in non-religious language, whether in idioms, place names, economic discourses or political rhetoric, and non-religious (among other) aspects and references in religious language, whether in prayers, sacred texts, rituals and religious treatises. The research presented applies a variety of methods, ranging from discourse analysis to onomastics, from sociolinguistics to metaphor analysis. The data come from languages such as Aramaic, Bosnian, German, English, French, Hebrew, Italian, Catalan, Croatian, Latin, Portuguese, Ladino and Spanish.

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Die Transzendenz der Zunge. Sprachbarrieren und Sprachtabus als Trennlinien zwischen Sakralem und Profanem (Andrea Fruhwirth)

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Andrea Fruhwirth Die Transzendenz der Zunge. Sprachbarrieren und Sprachtabus als Trennlinien zwischen Sakralem und Profanem 1. Thematischer Aufriss In meinem Ansatz folge ich den religionssoziologischen Grundannahmen von Émile Durkheim (Die elementaren Formen des religiösen Lebens, 1912), gemäß denen Religion ihrem Ursprung nach ein gesellschaftliches – nicht privates – Phänomen darstellt und jegliche Gesellschaft insofern über Religion verfügt, als sie in irgendeiner Form zwischen Sakralem und Profanem unterscheidet. Jede Gesellschaft verfügt auch über Personen, die als in besonderer Weise befähigt gelten, mit dem Sakralen, dem Transzendenten (den Göt- tern und Göttinnen gemäß unterschiedlichen Sichtweisen, Geistern, Ahnen oder einer unpersönlichen höheren Macht) in Kontakt zu treten und dieses Heilige für die Allgemeinheit verfügbar zu machen. Die (ge- glaubte) Fähigkeit, gute Kräfte binden und böse Kräfte abwehren zu kön- nen, verleiht diesem Personenkreis (SchamanInnen, PriesterInnen) eine privilegierte Rolle innerhalb der Gemeinschaft. Es formiert sich folglich eine eigene soziale Klasse (Priesterkaste, „geistlicher Stand“), die ihre bevorzugte Position, ihren sakralen Nimbus durch deutliche – und idealerweise unüberwindliche – Separation von der „profanen Mehrheit“ abzusichern sucht. Diese Abgrenzung weist meist auch einen linguistischen Aspekt auf. Sprachformen, die für „Normalsterbliche“ unverständlich oder „tabu“ sind, schaffen eine unüberwindliche Barriere, die die Sphäre des Sakralen von der des Profanen trennt. Der PriesterIn erscheint umso mehr als Re- präsentantIn einer jenseitigen Wirklichkeit, als schon sein/ihr sprachli- cher Ausdruck jenseits des für Uneingeweihte Verstehbaren liegt. Andrea Fruhwirth 196 Gewiss kennt jede Religion...

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