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Verbale Indirektheiten beim Diskursdolmetschen am Beispiel des Sprachenpaars Polnisch–Deutsch

Agnieszka Will

Was sind verbale Indirektheiten und wie geht die DolmetscherIn mit ihnen um? Auf Grundlage a) theoretisch hergeleiteter Definitionskriterien für eine translationswissenschaftlich/-praktisch orientierte Definition und b) authentischer Daten des Sprachenpaars Polnisch–Deutsch wird eine operationalisierte Definition erarbeitet: die 2-Komponenten-Indirektheit. Zur Überprüfung des Umgangs der DolmetscherIn mit dieser wird, aufgrund der spezifischen Gesprächsstruktur des gedolmetschten Diskurses, ein passendes Kommunikationsmodell hergeleitet: das Kommunikationsmodell der Dolmetschtriade. Die darin integrierte, schrittweise und systematische Bedeutungsbestimmung der Indirektheit sowie Reflexionsmöglichkeit kann die DolmetscherIn zur Qualitätssicherung in der aktuellen Dolmetschsituation nutzen.

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7. Zusammenfassung, Erkenntnisse und Ausblick

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Zusammenfassung der Arbeit Von der Problemstellung der Arbeit ausgehend wurden aus einem authentischen, zwischen dem Deutschen und Polnischen gedolmetschten Geschäftsdiskurs Äu- ßerungen herausgefiltert, in denen intuitiv eine verbale Indirektheit festgestellt wurde. Diese wurden im ersten, vortheoretischen Schritt beschrieben und, soweit möglich, Theorien und Faktoren zugeordnet, zu denen ein Zusammenhang erkenn- bar schien: FTA (Brown/Levinson), Geschäftsdiskurskonventionen, Hedging, IFIDS (Searle), Kontext, Konversationsmaximen (Grice), polnische Höflichkeitsprinzipien, reference assignment (Sperber/Wilson), Relevanztheorie (Sperber/Wilson), „Sprache und Beziehung“ (Sager), Sprechakte (Searle). Anschließend wurden die folgenden Theorien ausführlicher im Hinblick auf die Fragestellung diskutiert: FTA (Brown/Levinson), IFIDS (Searle), Konversations- maximen (Grice) und Hedging, reference assignment (Sperber/Wilson), Relevanz- theorie (Sperber/Wilson), „Sprache und Beziehung“ (Sager), Sprechakte (Searle). Die Geschäftsdiskurskonventionen, die polnischen Höflichkeitsprinzipien und der Kontext kristallisierten sich als mögliche Begleitfaktoren einer Indirektheit heraus und wurden im 3. Kapitel separat behandelt. Im 2. Kapitel wurden darüber hinaus weitere Theorien berücksichtigt, deren mög- liche Relevanz für die Definition des Phänomens bei der vortheoretischen Deutung der Daten noch nicht erkennbar war bzw. nicht erkannt wurde: doppelte Illokution (Searle), Explizitation/Implizitation (Blum-Kulka), Generalized Conversational Im‑ plicature (Levinson), Implicature (Sperber/Wilson), Implizitheit (van Dijk/Kintsch), Indirection (Kiesling/Johnson), Indirektheit (House), kommunikative Indirektheit (Park), kommunikative Intention (Brown/Levinson), konversationelle und konven- tionelle Implikatur (Grice), zweckausreichende Bedeutung (Schäfer/Clark). Auf diese Weise wurden dolmetschwissenschaftlich/-praktisch relevante Defini- tionseigenschaften des noch zu definierenden Phänomens der verbalen Indirektheit theoretisch hergeleitet, darunter Empfängerorientiertheit und kontextabhängige Bedeutung. Anschließend wurde der Frage nachgegangen, ob und mit welchen kontextuellen Faktoren eine...

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