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Gestische Kommunikation als Vorläufer von Sprache

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Carina Lüke

Das Buch gibt einen umfassenden Überblick über die Entwicklung von Gesten und deren Bedeutung für den Spracherwerb. Deiktische Gesten sind eine wichtige Vorläuferfähigkeit der Lautsprache. Insbesondere Zeigegesten ermöglichen es Kindern, auf Objekte, Personen oder Handlungen zu referieren und sich, noch bevor sie erste Worte sprechen, aktiv an einer Kommunikation zu beteiligen. Anhand einer Längsschnittstudie zeigt die Autorin auf, dass sich sprachliche Fähigkeiten von Kindern im dritten Lebensjahr anhand ihrer gestischen Kompetenzen mit einem Jahr vorhersagen lassen und somit genutzt werden können, um frühzeitig Risikokinder für eine Sprachentwicklungsverzögerung zu identifizieren.

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7. Ergebnisse

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7.1 Bildung der Substichproben typisch entwickelte Kinder und Kinder mit SEV anhand des Sprachentwicklungsstandes mit 2;0 Jahren 7.1.1 Vergleich von anamnestischen Angaben und der motorischen Entwicklung Von den 45 Kindern der Gesamtstichprobe wurde bei 10 Kindern im Alter von 2;0 Jahren eine SEV nach den oben genannten Kriterien diagnostiziert8. Diese 10 Kinder waren hinsichtlich ihres Alters bei Studienbeginn, der Position in der Geschwisterreihe, der Verteilung von Jungen und Mädchen, dem Bildungsstand der Mutter und dem NÄE vergleichbar zu den 35 Kindern, die sich sprachlich typisch entwickelten (Tabelle 11). Die Väter der sprachlich typisch entwickelten Kinder waren mit einem Median von 15 Bildungsjahren (IQR = 5 Jahre) höher gebildet als die Väter der Kinder, die im Alter von 2;0 Jahren eine SEV haben (Md = 12 Jahre, IQR = 3 Jahre, U = 82.0, p = .025, r = 0.36). Für die Gesamtskala des sozioökonomischen Status fanden sich jedoch keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen (typisch entwickelt: Md = 0.1, IQR = 1.4, SEV: Md = –0.6, IQR = 1.0, U = 95.0, p = .101), was vermutlich aufgrund der vergleichbaren Bil- dungsstände der Mütter und den vergleichbaren NÄE resultierte. Die vier dizy- gotischen Zwillinge waren mit 2;0 Jahren alle sprachlich typisch entwickelt. Vergleichbar viele Kinder beider Gruppen hatten vor Studienbeginn bereits eine oder mehrere Mittelohrentzündungen (Tabelle 11). Vier von den 10 sprach- lich verzögerten Kindern und 5 der 35 sprachlich typisch entwickelten Kinder ha- ben ein Elternteil oder ein Geschwister, welches erst spät zu sprechen...

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