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Sterben, Tod und Trauer im Bilderbuch seit 1945

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Margarete Hopp

Die Studie befasst sich mit dem Erzählen vom Tod im Bilderbuch in historischer und gattungstheoretischer Perspektive und bildet anhand eines Textkorpus’ von 287 deutschen bzw. ins Deutsche übersetzten Titeln die Entwicklung von 1945 bis 2011 ab. Entwickelt wird ein narratologisches Modell der Bilderbuchanalyse, das unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten der Sterbeforschung in den Einzelanalysen zur Anwendung kommt. Die Untersuchung fächert ein breites Spektrum von Motiven, von realistischen und phantastischen, religiösen und philosophischen Darstellungskonzepten auf. Eine besondere Rolle spielen Bilderbücher über das Sterben und den Tod von Kindern und die daran nachgewiesene Subgattung des psychologischen Bilderbuchs.

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IV. Thanatologische Grundlagen

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91 IV. Thanatologische Grundlagen Die Thanatologie ist ein breit aufgestelltes, interdisziplinäres Forschungsgebiet, das sich mit den Fragen zu Tod und Sterben und den damit verbundenen Pro- blemfeldern beschäftigt. Dazu gehören neben den medizinischen und soziolo- gischen Disziplinen unter anderem die Psychologie und die Theologie, die im Folgenden in den Kontext der Trias Sterben, Tod und Trauer gestellt werden. IV.1 Thanatologie und Thanatopsychologie Es ist ein Gemeinplatz der modernen Thanatologie, dass der Tod für keinen Menschen ein beschreibbares Ereignis des eigenen Lebens sein kann. Wir wissen alle um unseren Tod, aber wir wissen nichts von ihm. Statt eines Todeswissens besitzen wir eine unbe- stimmte Todesgewissheit: Das Dass unseres Endes ist uns eine verbürgte Tatsache, ein Erfahrungsereignis wie der gesehene Tod anderer, aber über das Wann, Wie, Wo oder gar Warum dieses Ereignisses lässt sich zeitlebens nichts erfahren; mors certa, hora in- certa66. (Kelleter 2002, 1; H. u. Fußnote i. O.) Wie kann der Mensch über das Unbekannte und Unerforschbare kommunizie- ren, wenn der Tod doch die absolute Grenze aller Sprache und Kommunikation ist? „Was sich überhaupt sagen läßt, läßt sich klar sagen; und wovon man nicht reden kann, darüber muß man schweigen“, so formuliert Wittgenstein im Vor- wort seiner Logisch-philosophischen Abhandlung (Tractatus Logico-Philosophicus 1921). Ist danach nicht jeder Gedanke über den Tod bar jeder Vernunft, da doch alle Sprache den Tod nur höchst spekulativ, bestenfalls metaphorisch angehen kann? Müsste der Mensch es nicht bei der Akzeptanz der unumstößlichen...

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