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Bildungspolitik im Kaiserreich: Die Thun-Hohenstein’sche Universitätsreform insbesondere am Beispiel der Juristenausbildung in Österreich

Die Thun-Hohenstein´sche Universitätsreform insbesondere am Beispiel der Juristenausbildung in Österreich

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L. M. Graf von Thun und Hohenstein

Das Buch untersucht das Reformwerk ebenso wie die Person des österreichischen Reformers Leo Thun-Hohenstein und widmet sich auch den gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Epoche. Noch während der Revolution von 1848 erkannte das österreichische Kaiserhaus, dass nur eine fundamentale Reform des Bildungssystems die revolutionäre Stimmung an den Universitäten befrieden könnte. Leo von Thun-Hohenstein setzte die ihm vom Kaiser gestellte Aufgabe als Unterrichtsminister von 1849–1860 trotz teils heftiger Widerstände um. Bis heute beeinflusst die Reform des Leo Thun-Hohenstein das österreichische Bildungswesen.

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3. Bildungspolitik in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

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3.1. Staatsrechtlicher und politischer Hintergrund In den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts hatte Kaiser Franz, pointiert ausge- drückt, andere Probleme als die Bildungspolitik, woran sich im Grunde wäh- rend seiner gesamten Regentschaft wenig änderte. Die Bedrohung der Existenz der Monarchie, gegen die der Kaiser bis zu seinem Tod im Jahre 1835 kämpfte hatte sich jedoch 1805 als unmittelbare Bedrohung von außen im Zuge der Na- poleonischen Kriege realisiert. Am 14. November 1805 marschierte Napoleon in Wien ein und besiegte die vereinigten Armeen Österreichs und Russlands drei Wochen später, am 2. Dezember, dem Jahrestag seiner Krönung zum Kai- ser Frankreichs, in der „Dreikaiserschlacht“ von Austerlitz159. Im Frieden von Pressburg musste Kaiser Franz Napoleon als Kaiser Frankreichs anerkennen, Gebiete im Westen abtreten, darunter Vorderösterreich, in dem das Breisgau mit der westlichsten Universität des Habsburgerreiches in Freiburg lag und den Rheinbund, ein erst 1806 besiegeltes aber bereits zuvor geplante Bündnis zwischen Napoleon und einigen deutschen Staatenanerkennen160. Dadurch war das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, dessen Kaiser Franz als Franz II. war seiner Existenzgrundlage beraubt bzw. drohte an Napoleon zu fallen. Franz legte daher am 6. August 1806 den Titel als Kaiser des Heiligen Römischen Reichs zurück und blieb als Franz I. Kaiser des neu gegründeten österreichi- schen Kaisertums161. Weitere Kriege wie der von 1809162 und Friedenschlüsse, die meist mit Kontri- butionen verbunden waren, belasteten die österreichische Monarchie finanziell so stark, dass es 1811 sogar zum Staatsbankrott kam163; nicht dem...

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