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Erwerb von Personen- und Kapitalgesellschaftsanteilen durch Minderjährige

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Moritz Merkenich

Das Buch zeigt die rechtlichen Hürden bei einem Anteilserwerb durch Minderjährige auf. Gesellschaftsanteile werden von Minderjährigen aus unterschiedlichen Gründen erworben. Teilweise besteht ihr Wunsch darin, frühzeitig unternehmerisch tätig zu sein. Häufig dient der Erwerb innerfamiliären steuerlichen Zwecken. Der Autor beleuchtet, ob es für einen wirksamen Erwerb der elterlichen Zustimmung, der Bestellung eines Ergänzungspflegers oder der familiengerichtlichen Genehmigung bedarf. Hierbei unterscheidet er nach der Art des Anteilserwerbs sowie zwischen verschiedenen Rechtsformen einer Personen- und Kapitalgesellschaft. Außerdem untersucht er die Gestaltungsrechte des Minderjährigen nach einem Anteilserwerb, insbesondere die Haftungsbeschränkung und die Kündigung eines Mitgliedschaftsrechts.

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Dritter Teil: Erwerb durch Eintritt in eine bestehende Gesellschaft

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Neben dem Anteilserwerb durch Gründungsbeteiligung bestehen für einen Minderjährigen drei weitere Möglichkeiten, Mitglied einer Gesellschaft zu wer- den. Der Minderjährige kann erstens als weiterer Gesellschafter aufgenommen werden (originärer Erwerb). Zweitens können ihm Gesellschaftsanteile übertra- gen werden (derivativer Erwerb). Hierbei bedarf es stets einer Unterscheidung zwischen entgeltlichem und unentgeltlichem (schenkweisem) Erwerb. Neben dem rechtsgeschäftlichen Eintritt unter Lebenden kommt drittens eine Nachfol- ge durch Erwerb von Todes wegen in Betracht. A. Aufnahme Der Minderjährige kann Gesellschaftsanteile durch Aufnahme in eine Gesell- schaft erwerben448. I. Grundlagen Bei Personengesellschaften vollzieht sich die Aufnahme in der Regel durch Bil- dung eines neuen Gesellschaftsanteils449. Der Minderjährige wird bei dieser „ge- setzestypischen Form der Mitgliedschaftsänderung“450 als weiterer Gesellschafter aufgenommen451. Darüber hinaus kann die Aufnahme des Minderjährigen unter gleichzeitigem Ausscheiden eines Gesellschafters erfolgen. In diesem Fall erfolgt der Gesellschafterwechsel durch einen sog. Doppelvertrag452. Unabhängig da- von, welche Art der Aufnahme gewählt wird, bedarf es jedenfalls eines Aufnah- mevertrages, also eines Gesellschaftsvertrages zwischen dem Beitretenden und 448 K. Schmidt, Gesellschaftsrecht, § 19 II 1 a) S. 551. 449 Bei Innengesellschaften kommt eine Aufnahme nur insofern in Betracht, als man der Ansicht folgt, dass eine mehrgliedrige stille Gesellschaft möglich ist. 450 K. Schmidt, Gesellschaftsrecht, § 19 II 1 b) S. 551. 451 Piehler/Schulte, in: MüHdb-GesR, Bd. 1, § 10 Rn. 1 für die GbR; Piehler/Schulte, in: MüHdb-GesR, Bd. 1, § 72 Rn. 1 für die OHG; Piehler/Schulte, in: MüHdb-GesR, Bd. 2, § 34...

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