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Mediation auf Kuba

Wie werden Konflikte im realsozialistischen Umfeld gelöst?

Series:

Lena Brode and Claude-Hélène Mayer

Das Buch beschäftigt sich mit den Themen der Mediation und Konfliktlösung in kubanischen Kontexten und geht den Fragen nach, ob und wie Mediation auf Kuba praktiziert wird. Durch Einblicke in die praktische Anwendung des Mediationsverfahrens zeigen die Autorinnen, inwieweit das theoretische Konzept in die kubanische Lebensrealität eingebettet ist. Hierbei entstehen kulturspezifische Einsichten in die Durchführung von Mediation. Der Band bietet einen wichtigen Beitrag zur kulturspezifischen Exploration der Konfliktlösung über Dritte.

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2 Mediation

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Der Begriff der Mediation bezeichnet die Vermittlung zwischen Konfliktparteien durch eine allparteiliche dritte Partei. Das westliche Mediationsverfahren orien- tiert sich an Grundprinzipien, Phasen und Techniken und der Rollenzuschreibung des Mediators. Im Zeitalter der Globalisierung gibt es in verschiedenen Kontexten immer mehr Begegnungen unterschiedlicher Kulturen. Auch in diesen Kontexten können Konflikte entstehen, derer sich die Interkulturelle Mediation mit ihrer Spezialisie- rung annimmt. Diese Methode ist allerdings nicht Gegenstand der vorliegenden Studie, da es sich um Mediation innerhalb einer Gesellschaft handelt. Daher wird auf diese (durchaus spannende) Methode nicht weiter eingegangen. Bevor nun das westlich geprägte Modell der Mediation genauer erläutert wird, soll noch kurz das Verständnis vom Kultur erläutert werden, welches dieser Stu- die zugrunde liegt. Die Forschung verfolgt einen konstruktivistisch - philosophi- schen Ansatz der davon ausgeht, dass alle Realität sozial konstruiert ist. Jedes Individuum konstruiert sich auf Grundlage seiner subjektiven Erfahrung eine Wirklichkeit. Demnach gibt es auch verschiedene Kulturbegriffe. Der nieder- ländische Kulturwissenschaftler Geert Hofstede unterscheidet zwei Ebenen der Kultur. Die Kultur Eins, welche den für Andere sichtbaren Teil bestimmt. Die kulturspezifischen Elemente finden sich hier z. B. in Alltagsphänomenen wie Kleidung, Essen, Gesten etc. Die Kultur Zwei ist weniger sichtbar und wird vom Mensch durch kulturelle Sozialisation erlernt. Dadurch entwickeln sich entspre- chende Denk- und Fühlmuster.2 Mitglieder einer kulturellen Gemeinschaft tei- len also ein Wertesystem und Verhaltensnormen. Die Interaktion der Mitglieder wird durch Kommunikation reguliert, was bedeutet dass es ein gemeinsames Symbolsystem Sprache gibt.3 2.1 Verbreitung Mediation ist,...

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