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Accept Diversity! Accept Equality?

Eine analytische Untersuchung des Anspruchs und der Realität von Gleichstellung in der Filmindustrie mit Hinblick auf die Funktion des internationalen Filmfestivals Berlinale

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Mahelia Hannemann

Die Berlinale fordert jährlich Diversität. Doch bezieht sich diese auch auf das Genderverhältnis? Welchen Einfluss haben die Filmfestspiele in der Branche, um solche Werte durchzusetzen? Die «Berlinale der starken Frauen» genau analysierend stellt die Autorin Relationen zum aktuellen Filmschaffen und ausgewählten Aspekten der Filmgeschichte her. Dabei werden sowohl kulturelle Mechanismen als auch wirtschaftliche Hürden und selektive Presseresonanzen sowie filmästhetische und dramaturgische Vorbehalte gegenüber Regisseurinnen diskutiert. In ihrer Studie gelingt es der Autorin ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass die Berlinale kein bloßer Spiegel einer Filmlandschaft ist, sondern aktiv sucht, selektiert und, wie Thomas Elsaesser es formuliert, Filme wie ein Herzmuskel in verschiedene Organe pumpt.

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Zusammenfassung und Ausblick

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In diesem Text wurde dargelegt, dass zurzeit im Kontext einer langwierigen Emanzipationsbestrebung von Frauen in der Filmindustrie wieder Bedingun- gen herrschen, die eine nachhaltige Durchsetzung von vielfältigen (weiblichen) Perspektiven begünstigen könnten. Die weltweite Wirtschaftskrise scheint eine Aktivierung der weiblichen Gesellschaft herbeigeführt zu haben, da sie durch ihre schwache Stellung am Arbeitsmarkt besonders betroffen ist und ihr diese Positi- on vor Augen geführt hat. Auch der Selektionsprozess bei der Digitalisierung von Filmarchiven macht die mangelnde Wertschätzung von bedeutenden Filmemache- rinnen sichtbar. Dazu kommen neue Bedürfnisse, die durch den demografischen Wandel, durch die Digitalisierung und Flexibilisierung von Arbeitsprozessen und durch den geschlechterübergreifenden Wunsch nach einer partnerschaftlicheren Familienarbeit der heutigen Generation eine treibende Kraft darstellen. Die 42% Absolventinnen deutscher Filmhochschulen bieten erstmals eine breite weibliche Basis auf dem Markt der verfügbaren kreativen Arbeitskräfte und beweisen, dass Frauen Filme machen wollen. Wie dieser schöpferische Wille von der Gesellschaft aufgenommen wird, hat große symbolische Bedeutung. Zwar zeigen aktuelle Zahlen ein schlechteres Bild als die wahrgenommene Wirklichkeit vermuten lässt, doch versprechen erste Erfolge eine langfristige Änderung der herrschenden ‚monokulturellen‘ Verhältnisse. Nicht zuletzt in der Politik erreichen Frauen mittlerweile mächtige Positionen wie die CDU- Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters und die SPD-Familienministerin Manuela Schwesig, die sie zur Solidarisierung in verschiedenen Industrien wie die des Films nutzen und Frauenkollektive aktiv unterstützen. Die Strategie der Selbstverpflichtung von Unternehmen hat sich durch geduldige Erfahrungen der letzten zehn Jahre als folgenlos herausgestellt und stützt...

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