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Beratung in der Weiterbildung als institutionelle Interaktion

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Tim Stanik

Die Studie bezieht Institutionen als pädagogische Organisationsformen und Beratungen als interaktive Prozesse systematisch aufeinander. Mit dem Ziel, die latenten Einflüsse der institutionellen Anbieter und die ihrer Träger auf Beratungen in der Weiterbildung zu rekonstruieren, werden Beratungen einer Volkshochschule und einer kommunalen Weiterbildungsberatungsstelle interaktionsanalytisch und ethnografisch untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Weiterbildungsberatungen nicht nur eine inner- und außerinstitutionelle Lotsenfunktion übernehmen und von institutionellen Interessen geleitet werden, sondern auch maßgeblich vom institutionellen (Nicht-)Wissen und den Routinen der Beratenden abhängig sind.

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B Begriffliche, theoretische und methodische Grundlagen der Studie

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63 5 Institution/Organisation und Kommunikation/Interaktion Nachdem der Untersuchungsgegenstand auf ‚personenbezogene Beratungen in der Weiterbildung‘ eingegrenzt worden ist (vgl. Kap. 2.5) und auf Basis vorhandener Stu- dienergebnisse die Frage nach den institutionellen Dimensionen differenziert wurde (vgl. Kap. 4), sind für die forschungsmethodische Beantwortung dieser Frage weitere begriffliche und theoretische Ein- und Abgrenzungen notwendig. Dies betrifft insbe- sondere den Institutionsbegriff, da dieser häufig synonym zum Organisationsbegriff verwendet wird. War eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fragen, inwie- fern Weiterbildungseinrichtungen, deren Aufbau und Arbeitsweisen Auswirkungen auf das pädagogische Handeln haben, bis Ende der 1990er Jahren ein „Non-Thema“ der Erwachsenenbildungsforschung (vgl. Strunk 1999, S. 443 f.),32 hat sich in den letz- ten Jahren eine „erwachsenenpädagogische Organisationsforschung“ (Dollhausen et al. 2010) etabliert. Während in diesen Untersuchungen nach den Spezifika von Wei- terbildungsorganisationen, innerorganisationalen Zusammenhängen und deren Ent- wicklungsperspektiven sowie den Schnittstellen der Organisationen mit ihrer Umwelt gefragt und deren Ergebnisse organisationstheoretisch fundiert werden (vgl. Überblick bei Hartz/Schardt 2010, S. 24 ff.), erlaubt die hier vertretende institutionelle Perspektive, Weiterbildungseinrichtungen nicht als gegebene Tatsachen, sondern als in Interaktio- nen wechselseitig konstruierte Phänomene zu betrachten (Nolda 2000, S. 75). Damit ist die zweite notwendige Unterscheidung angesprochen, die zwischen Kommunikation und Interaktion. Während der Kommunikationsbegriff die Übermitt- lung von Nachrichten von einem Sender zu einem Empfänger zum Ausdruck bringt, hebt der Interaktionsbegriff stärker auf die wechselseitige Bezugnahme ab, die nicht medial vermittelt, sondern unter körperlicher Anwesenheit der Beteiligten erfolgt. 5.1 Institution und Organisation 5.1.1 Soziologische Annäherung Mit dem...

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